Kianusch Stender
Vielen Dank, Herr Minister. – Ich habe Ihrem Vortrag sehr interessiert gelauscht, weil mich eine Frage vor allem umgetrieben hat. Ich nehme Ihnen ab, dass Sie genauso wie ich und genauso wie Christian Dirschauer und viele andere hier im Raum wollen, dass die Flensburger Förde oder generell die Ostsee und die Weltmeere, wie Sie gesagt haben, gesund sind. Ich habe ja gerade in meiner Rede ausgeführt: zwei Milligramm gelöster Sauerstoff auf einem Liter Wasser. So sieht jetzt in Teilen schon der Boden in der Flensburger Förde aus. Es fehlt nicht mehr viel, dann wird genau aus diesen Gebieten eine Todeszone. Einige Todeszonen gibt es ja auch schon in der Ostsee. Glauben Sie, dass wir mit all dem, was Sie gerade in Ihrer Rede erwähnt und vorgeschlagen haben – Letter, Memorandum of Understanding und Aktionsplan Ostseeschutz 2030 und all die anderer Punkte aus Ihrer Rede –, ambitioniert und schnell genug sind, um die Flensburger Förde zu retten? Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur: Also ein Umweltminister wird nie mit dem zufrieden sein, was bereits für den Meeresschutz getan wurde. Der wird immer mehr wollen, und ich will auch mehr. Ich kann nur hier kein eigenes Landesdüngerecht schaffen, und ich kann hier auch keine Maßnahmen speziell für die Flensburger Förde landesrechtlich umsetzen. Was ich aber tun kann, ist, eine Struktur zu schaffen. Darüber bin ich mit dem Kollegen in Dänemark im Gespräch, um zu klären, wie die vielen regionalen Aktivitäten besser aufeinander abgestimmt werden sollen. Die Frage, die Sie mir jetzt gerade gestellt haben, würde ich Ihnen gerne zurückstellen, wenn ich das denn dürfte. In Ihrem Antrag habe ich nämlich von keiner einzigen konkreten Maßnahme, die den Wasserzustand der Flensburger Förde verbessern würde, gelesen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)
