Martin Balasus
Alemannisch, kenne ich nicht! – Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte den Fokus von der Generalabrechnung, die gerade vom Zaun gebrochen wurde, wieder ein bisschen zurück auf das Thema lenken. Es geht mir auch nicht um Schulen in anderen Bundesländern. Lasst uns doch da bleiben, wo wir – – (Lachen Martin Habersaat [SPD]) Ja, es gibt auch Aspekte bei der Alemannenschule, die zum Beispiel gerade in dem Ort, in dem ich zufällig wohne, aufgegriffen wurden. Wir sind durchaus offen. Wir probieren in Schleswig-Holstein verschiedene Schulmodelle aus – da hat Kollege Krüger völlig recht – und schauen, was das richtige Konzept für die Schule von morgen ist. Kollegin Riecke ist noch auf die Anträge eingegangen. Ich will explizit einmal sagen: Es stimmt. Ich würde nicht sagen, dass alles, was im SPD- Antrag steht, falsch ist oder grob in die falsche Richtung geht. Ich habe nur gesagt, dass vieles von dem, was dort steht, bereits in Umsetzung ist. Außerdem habe ich betont, dass es unser Anspruch ist, nicht nur die Dinge umzusetzen, die bereits angestoßen sind, sondern das ganze Konzept weiterzuentwickeln. (Beifall CDU) (Martin Balasus) Dann möchte ich gerne auf paar Punkte ein bisschen näher eingehen. Zur Lernstandserhebung: Wir haben LeA.SH eingeführt, und wir rollen LeA.SH aus. Das sind diese Lernstandserhebungen Schritt eins in den Übergängen Klassen 1 und 5, weil wir sagen, dass es dort besonders spannend ist und wir da etwas genauer hinschauen wollen. Es gibt natürlich auch traditionelle Arbeiten wie VERA, die ich jahrelang auswerten durfte. Wichtig ist, dass wir die Erkenntnisse, die wir aus diesen Arbeiten gewinnen, systematisch nutzen, dass also die Lehrkraft nicht nur sitzt und korrigiert, sondern genau schaut, wo jemand Stärken hat und wo man vielleicht ein bisschen nachhaken muss. Der Charme des Ganzen ist die individuelle Rückmeldung, die man bekommt. Manchmal – nicht immer – ist dann die Folge, dass es zum Beispiel vielleicht weniger Frontalphasen gibt, wo alle gleichermaßen angesprochen werden. Wenn man sieht, dass einer Probleme beim Textverständnis und ein anderer vielleicht bei der Zeichensetzung hat, dann sollte der Unterricht passgenau sein. Man sollte dann demjenigen, der bei Zeichensetzung Probleme hat, vielleicht ein paar Zeichensetzungsaufgaben und dem anderen eine Leseaufgabe mit ein paar schriftlichen Aufgaben dazu geben. Passgenauigkeit, mehr den Einzelnen zu sehen und ihn gezielt in seinem Lernprozess zu unterstützen, ist das, was wir anstreben. Das ist zum Beispiel der Sinn von LeA.SH. Da sind wir schon in der Umsetzung, und wir rollen das noch weiter aus. Zur Einführung dieses Datenblatts: Dass es auf Basis des Datenblatts Gespräche geben soll, hat zum Beispiel folgenden Sinn: Wenn man sieht, dass in einer Klasse ganz viele Dinge nicht funktionieren, kann man professionellen Rat einholen. Dann unterhält man sich darüber. In Extremfällen kann auch die Schulaufsicht eingeschaltet werden. Es ist so, dass man deutlich mehr Rückmeldung erhält, und wenn man weiß, wo der Schuh drückt, kann man etwas tun, um das Ganze zu verbessern. (Beifall CDU) Das ist unser Anspruch, und ich finde, wir haben diesbezüglich die Weichen schon sehr gut gestellt. Ich bin aber ganz dabei: Wir müssen den Weg konsequent weitergehen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
