Martin Habersaat
Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Kernpunkt unseres Antrags ist die Bitte, nicht bloße Schlagworte und coole Abkürzungen in den Raum zu stellen, sondern konkrete Konsequenzen und Unterstützung für die Schulen folgen zu lassen. Wenn Herr Krüger vorschlägt, das am Beispiel der Alemannenschule in Wutöschingen zu tun, dann nehme ich den Ball gerne auf, Herr Krüger. (Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Super!) An der Alemannenschule in Wutöschingen werden alle Schülerinnen und Schüler bei Einschulung mit einem Tablet ausgestattet. (Zurufe FDP: Oh!) Das hatte Ministerpräsident Günther für SchleswigHolstein auch einmal versprochen. Bis zum Jahr 2022 sollten alle Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein mit einem eigenen Tablet ausgestattet worden sein. Das hat leider nicht geklappt. (Beifall SPD und SSW – Zuruf: Genau!) (Martin Habersaat) An der Alemannenschule in Wutöschingen spielt das Schulorchester eine große Rolle. Ich weiß nicht, ob Sie sich an eine unserer letzten bildungspolitischen Debatten erinnern. Ich hatte Ihnen von einer Gemeinschaftsschule aus Eckernförde erzählt, der Heimatstadt des Ministerpräsidenten (Jette Waldinger-Thiering [SSW]: Aber auch meiner!) und von Jette Waldinger-Thiering. An dieser Gemeinschaftsschule mussten die Kürzungen der sechs Stunden in der Sekundarstufe I, die sie beschlossen hatten, irgendwie umgesetzt werden. Die Schule stand dann vor der Wahl: Streichen wir das Thema Nationalismus in der Sekundarstufe I im Geschichtsunterricht, oder streichen wir das Schulorchester? Die Schule hat sich entschieden, das Thema Nationalismus zu streichen. Als Geschichtslehrer finde ich das schlimm, aber ich kann verstehen, warum ein Schulorchester wichtig ist. An der Schule in Wutöschingen gibt es Lernateliers mit einem eigenen Arbeitsplatz für jeden Schüler und jede Schülerin – große Fenster, großzügige helle Räume. (Zurufe FDP) In Schleswig-Holstein gibt es einen Investitionsstau an unseren Schulen von 16 Milliarden Euro. 16 Milliarden Euro, meine Damen und Herren! (Vereinzelter Beifall SPD) An der Alemannenschule in Wutöschingen gibt es keine Noten. (Zuruf: Von wegen! – Zurufe: Oh!) Ich bin begeistert, wenn die CDU (Zuruf Martin Balasus [CDU]) so einem Konzept nähertreten möchte. Das war in der Vergangenheit nicht nötig, aber vielleicht haben wir tatsächlich einen Schritt nach vorne geschafft. An der Alemannenschule gibt es Kompetenzraster, und wenn man als Schülerin oder Schüler glaubt, dieses Kompetenzraster erfüllt zu haben, kann man selbstständig einen Gelingensnachweis schreiben – nicht eine Klassenarbeit, sondern einen Gelingensnachweis in eigenem Tempo. Wenn die CDU auf diesem Weg mitmacht: herzlichen Glückwunsch! (Beifall SPD, FDP und SSW – Beate Raudies [SPD]: Jawohl!) An der Alemannenschule in Wutöschingen wird auch gerade eine neue Oberstufe eingerichtet, meine Damen und Herren. Ich möchte nur ganz kurz an Daniel Günther als Oppositionspolitiker erinnern, als wir in diesem Land mit SPD, Grünen und SSW neue Oberstufen eingerichtet haben. Damals warf er uns vor: Sie pflastern das Land mit neuen Oberstufen zu, die kein Mensch braucht. – Krass, oder? (Heiterkeit Dr. Heiner Garg [FDP] und Sybilla Nitsch [SSW]) Aber wenn wir auch nur an zwei Punkten eine kleine Bewegung bei den Kollegen der Konservativen erreichen, ist es super. Vielleicht schaffen wir dann auch die ersten drei. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, FDP und SSW)
