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Beate Raudies

SPD 19.03.2026 Sitzungen 20/115

Danke schön, Herr Kollege. – Der Kollege Habersaat hat doch in seiner Rede für mich, finde ich, sehr deutlich gemacht, dass er nichts gegen eine Datenerhebung und die Auswertung dieser Datengrundlagen hat, sondern er hat vielmehr gefragt, wie wir denn mit den Ergebnissen der Datenerhebung und der Auswertung umgehen. Dazu habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Oder sind Sie der Auffassung, dass die Datenerhebung an sich ein Wert ist? – Auf gar keinen Fall. Der Anspruch meiner Rede ist, eindeutig zu erklären, dass es keine reine Datenerhebung geben darf, sondern das Nutzen der Daten im Vordergrund steht. Wenn Sie in Ihren Antrag, also den Antrag der SPD, geschaut haben, sehen Sie, Sie finden da ganz viele Allgemeinplätze, die im Prinzip in Schleswig-Holstein alle erfüllt sind. Nehmen wir mal das Beispiel, das Kollege Habersaat angesprochen hat, die Lernstandserhebung. Da ist es ja so: Wenn jemand ein schlechtes Ergebnis hat, dann können Aufgaben über digitale Tools et cetera bereitgestellt werden, dann kann man sehr viel individueller auf die einzelne Schülerin oder den einzelnen Schüler eingehen. Das ist ein Beispiel, wie Daten ganz konkret genutzt werden, aber es gibt noch viele andere, wie zum Beispiel dass Gespräche auf Grundlage des Datenblattes, was in Zukunft oder jetzt auch schon in Teilen in der Schule erstellt wird, geführt werden. Es gibt verschiedene (Martin Balasus) Steuerungsinstrumente, um eben dort, wo zum Beispiel gewisse Ergebnisse nicht so besonders erfreulich sind, gezielt nachzusteuern. Das ist genau unser Anspruch, Daten zu nutzen. (Beifall CDU) Die Landesregierung arbeitet bereits mit einem klaren Konzept zur datengestützten Schulentwicklung. Vergleichsarbeiten wie VERA und Co., Schülerfeedback – darüber haben wir ja auch schon mehrfach gesprochen – oder IQB-Bildungstrends liefern systematische Daten, damit Schulen Lernstände erkennen und gezielt Fördermaßnahmen entwickeln können. Instrumenten wie LeA.SH werden ja auch noch weiter ausgebaut. Mit unseren Lernstandserhebungen oder Schuldatenblättern schaffen wir eine Grundlage für ein systematisches Monitoring und Schulentwicklung mit klaren Zielindikatoren und regelmäßigen Gesprächen zwischen Schulaufsicht und Schulleitung. Das ist das, wonach Sie eben auch gefragt haben. Das Ziel ist dabei immer dasselbe, nicht Daten um der Daten willen, sondern bessere Bildung für jedes einzelne Kind im Land. Denn datengestützte Schulentwicklung bedeutet ganz konkret: Wir erkennen früher, wo Lernlücken entstehen, wir sehen schneller, welche Unterstützung Schülerinnen und Schüler brauchen, und wir können gezielter handeln, statt nur im Nachhinein zu reagieren. Dabei geht es nicht nur um die Leistungen in Deutsch und Mathematik, die diskutieren wir ja häufiger hier, sondern wir richten den Blick zunehmend auf das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern, denn gute Bildung entsteht nur dort, wo sich junge Menschen sicher, wo sie sich unterstützt und auch ernst genommen fühlen. Meine Damen und Herren, wer sich ernsthaft mit einer Schulentwicklung beschäftigt, weiß, ohne Daten geht es heute nicht mehr. Internationale Beispiele zeigen das deutlich. Erfolgreiche Bildungssysteme arbeiten längst mit klaren Zielindikatoren. Da muss man den Antrag anders formulieren, um transparente Datenstrukturen, um Fortschritte zu messen und Maßnahmen anzupassen. Genau darum geht es übrigens auch in der parteiübergreifenden Initiative „Bessere Bildung 2035“, das ist das, was ich vorhin angesprochen habe. Bildungspolitik soll sich stärker an messbaren Zielen orientieren. Ich finde, das ist ein wichtiger Impuls, gerade weil er eben parteiübergreifend ist und nicht nur von CDUSeite oder von den Grünen oder von wem auch immer kommt. Umso erstaunlicher ist es, wenn die SPD heute so tut, als müsste man uns erst auf diese Idee bringen. (Lachen SPD) Das erinnert mich etwas an die Debatte aus dem letzten Plenum, wo plötzlich dieser Vorschlag nach der Arbeitszeiterfassung kam. Auch damals haben wir deutlich gemacht: Daran arbeiten wir schon seit Langem, und dafür haben wir schon längst Geld in den Haushalt eingestellt. Bei dem Thema sind wir bereits ordentlich auf dem Weg und brauchen keine Aufforderung von Ihnen im Nachhinein. (Zuruf Beate Raudies [SPD]) Mancher hat das Gefühl, Sie haben gar keine neuen eigenen Ideen mehr. (Lachen SPD) Meine Damen und Herren, der entscheidende Unterschied zwischen unserem Antrag und Ihrem Alternativantrag ist folgender. Der SPD-Antrag beschreibt, was man grundsätzlich tun sollte. Unser Alternativantrag beschreibt, was wir bereits konkret tun und wie wir das Ganze natürlich noch weiterentwickeln wollen. Wir wollen datengestützte Schulentwicklung systematisch ausbauen. Wir wollen Lernstände besser analysieren. Wir wollen das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern stärker berücksichtigen, und wir wollen Schulen dabei unterstützen, aus Daten konkrete pädagogische Handlungspläne oder Maßnahmen abzuleiten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)

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