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Dr. Ulrike Täck

GRÜNE 18.03.2026 Sitzungen 20/114

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich war für viele Jahre Entwicklungsingenieurin in einem großen Konzern für industrielle Gasturbinen. 2010 bin ich nach Deutschland gekommen, bin ich nach SchleswigHolstein gekommen und habe das erste Mal in meinem Leben Windenergie erlebt. Dann hat man mir so erzählt, was man damit so alles vorhat. Ich war noch im Glauben: Das kann doch gar nicht gehen. Um eine mittelgroße industrielle Gasturbine zu ersetzen, muss man ungefähr 70 Windkraftanlagen bauen. Deswegen dachte ich mir: Das kann doch gar nicht gehen. Wo sollen die denn überall stehen? – Mitte 2025 haben wir hier in Schleswig-Holstein 3.200 Windenergieanlagen an Land stehen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Ja, die brauchen Platz, und ja, das gefällt nicht allen Menschen. Das gehört natürlich zur Ehrlichkeit einfach dazu. Deshalb sind die Entscheidungen, die das Landesamt bei den Abwägungen treffen muss, nicht immer leicht. In diesem Sinne möchte ich einen Dank an das Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport ausrichten für die Arbeit, die sie dort leisten. Denn es ist wirklich nicht immer einfach in den Entscheidungen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU, SPD und FDP) Heute produzieren wir in Schleswig-Holstein mit erneuerbaren Energien insgesamt rund 200 Prozent des Stromes, den wir selber verbrauchen. Windenergie an Land spielt dabei mit neun Gigawatt eine zentrale Rolle. Neun Gigawatt, das ist so ungefähr die Größenordnung von neun Atomkraftwerken. Das kriegen wir mit Windenergie jetzt schon hin. Wir brauchen erneuerbaren Strom für Wärmepumpen anstatt fossiler Heizung, für Rechenzentren und weitere strombasierte industrielle Prozesse, und, und, und. Heute weiß ich: Ja, das geht. Unter Einbeziehung der Rotor-in-Regelung werden etwa drei Prozent der Landesfläche an Vorranggebieten benötigt. Der Schlüssel dazu ist eine gute Planung. Was ist eine gute Planung? – Eine gute Planung zeigt, wie man sachbezogen messbare Ziele erreicht, und sie ist eben auch verlässlich. Der Landesentwicklungsplan Wind basiert auf fairen, rechtssicheren Abwägungen der verschiedenen Bedürfnisse. Damit bietet er nunmehr eine verlässliche Grundlage und die Spielregeln für die sogenannten Regionalpläne Wind. Nur mit diesen Regionalplänen Wind wird das gesamte Bild des Landesentwicklungsplans komplett, und der Ausbau der Windenergie kann verlässlich auf seine Ziele zugehen. Wenn ich hier einen Wunsch äußern darf, dann wäre es der, dass die Regionalpläne Wind noch dieses Jahr rechtskräftig werden. Ich will gar keine lange Rede halten, denn eigentlich ist alles hier gesagt. Ich gehe auch nicht auf die Inhalte des Landesentwicklungsplans ein. Mir ist es einfach wirklich wichtig, hier zu zeigen, dass wir erneuerbare Energien in einer Menge produzieren können, wie wir sie wirklich brauchen, dass es eben nicht unmöglich ist und dass man eben das auch lernen kann. Das habe ich persönlich hier in Schleswig-Holstein gelernt. Deswegen bin ich allen Menschen in Schleswig-Holstein dankbar dafür. Das ist eine neue Welt für mich, wo ich doch eigentlich mal aus der fossilen Gasturbine gekommen bin. (Dr. Ulrike Täck) (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und Beifall Jette WaldingerThiering [SSW]) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit dem Landesentwicklungsplan Wind gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft. Wir gehen einen weiteren Schritt in Richtung klimaneutrale Energien und in Richtung Unabhängigkeit von Krisen. Deswegen ist es wichtig, dass wir diesen Schritt nunmehr machen. Ich bitte darum, der Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans Wind zuzustimmen. – Ich danke euch. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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