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Sebastian Bonau

GRÜNE 18.03.2026 Sitzungen 20/114

Vielen Dank. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kurz zum Welpenschutz: Ich werde in dieser Woche noch dreimal auftauchen. Gewöhnen Sie sich also an den Anblick. Vielen Dank. (Heiterkeit) Schleswig-Holstein und Dänemark – der Kollege Hein hat es gerade gesagt – ist weit mehr als eine geografische Nachbarschaft. Es ist eine enge Partnerschaft, die unsere Wirtschaft stärkt, die unsere Regionen verbindet und die für viele Menschen im Alltag auch dank der EU selbstverständlich geworden ist. Kaum ein anderes Land ist mit SchleswigHolstein wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell so eng verbunden wie unser nördlicher Nachbar. Hinzu kommt unsere einzigartige deutsch-dänische Grenzregion mit der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein und der deutschen Minderheit (Sebastian Bonau) in Dänemark. Dieses vertrauensvolle Miteinander gilt europaweit als Vorbild. Tausende Menschen pendeln täglich über die Grenze, Unternehmen arbeiten grenzüberschreitend zusammen. Deshalb schmerzen mich gerade als Schleswig-Flensburger die weiterhin bestehenden Grenzkontrollen umso mehr. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Auch wirtschaftlich zeigt sich diese enge Verbindung sehr deutlich. Dänemark ist einer der wichtigsten Handelspartner unseres Landes. 2024 kamen die zweitmeisten Importe Schleswig-Holsteins aus Dänemark. Nur China lag noch davor. Bei den Exporten belegt Dänemark Rang fünf unter den wichtigsten Absatzmärkten unseres Landes. Im Tourismus ist unser nördlicher Nachbar ebenso von herausragender Bedeutung. Rund 600.000 Übernachtungen jährlich gehen auf Gäste aus Dänemark zurück. Damit ist Dänemark mit Abstand der wichtigste internationale Herkunftsmarkt für Schleswig-Holstein. Es wurde ebenfalls schon erwähnt: Neben der Jütlandlinie wird künftig auch die Vogelfluglinie durch die Feste Fehmarnbeltquerung erheblich gestärkt. Mit diesem Infrastrukturprojekt wächst unsere Region noch enger und noch näher zusammen. Gerade deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Landesregierung diese Zusammenarbeit strategisch weiterentwickelt. Mit der Dänemark-Strategie des Landes Schleswig-Holstein hat die Landesregierung einen Rahmen geschaffen, um die Zusammenarbeit mit Dänemark systematisch auszubauen. Dänemark ist für uns der wichtigste Quellmarkt. Genau hier setzt auch die Ansiedlungsstrategie des Landes Schleswig-Holstein an. Unsere Lage zwischen Hamburg, Skandinavien und dem Ostseeraum bietet enorme Chancen für Investitionen, für Logistik, für erneuerbare Energien und für innovative Industrien. Die Landesregierung arbeitet deshalb aktiv daran, dänische Unternehmen für SchleswigHolstein zu gewinnen und wirtschaftliche Kooperationen weiter auszubauen. Die Strategie wird gerade überarbeitet. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage gehe ich nicht davon aus, dass China weiterhin ein Fokusquellmarkt in der kommenden Strategie sein wird. Vielmehr sollten der europäische Fokus und die Zusammenarbeit mit demokratischen Staaten verstärkt werden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Das bedeutet, Dänemark wird noch wichtiger, denn wir wissen: Wirtschaftliche Stärke entsteht durch Kooperation und nicht durch Konkurrenz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein zentraler Baustein dieser Zusammenarbeit ist das Förderprogramm Interreg. Seit vielen Jahren unterstützt Interreg Projekte, die unsere Regionen enger miteinander verbinden, und diese Programme zeigen ganz praktisch, wie Europa vor Ort funktioniert. Gerade Schleswig-Holstein profitiert davon in besonderem Maße. Es ist daher gut zu sehen, dass die InterregMittel wieder ein festes Budget im mehrjährigen Finanzrahmen bekommen sollen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die deutsch-dänische Grenzregion ist ein europäisches Erfolgsmodell. Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze leben seit Jahrzehnten in einem friedlichen und respektvollen Miteinander. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten zeigt unsere Region: Gute Nachbarschaft und grenzüberschreitende Kooperation sind echte Stärke. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, FDP und SSW)

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