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Thomas Hölck

SPD 30.01.2026 Sitzungen 20/110

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass geförderte Wohnungen in Schleswig-Holstein gebraucht werden, daran besteht kein Zweifel. (Beifall SPD) Allein zwischen den Jahren 2026 und 2030 fallen 18.000 Wohnungen aus der Belegbindung heraus; das entspricht fast 40 Prozent des Gesamtbestandes. Das ist dramatisch, liebe Kolleginnen und Kollegen, das können wir nicht einfach so laufen lassen. Selbst das Ziel der Landesregierung, jährlich 2.000 geförderte Wohnungen zu genehmigen und bauen zu lassen, wird nicht ausreichen, das Minus aufzufangen. Wir werden im Jahr 2030 8.000 Sozialwohnungen weniger haben, wenn das so weitergeht wie bisher. Das ist eine katastrophale Entwicklung, und diese wollen wir als SPD nicht hinnehmen. Wir wollen handeln! (Beifall SPD) Das Ziel muss sein: bauen, bauen, bauen. Wir wollen uns dieser Entwicklung nicht ergeben, sondern wir wollen handeln. Deshalb wollen wir auch, dass irgendwann in diesem Land zehn Prozent der Mietwohnungen sozial gebunden sind. Das ist eine große Herausforderung, aber wir müssen uns auf den Weg machen. Wir denken beim Thema Sozialwohnungen häufig an die Wohnungsbaugenossenschaften und an die kommunalen Gesellschaften – das ist auch richtig so, weil sie eine gute Arbeit in dem Bereich machen –, aber um den Bestand an Sozialwohnungen zu erhöhen, möchte ich, dass wir privates Engagement für den geförderten Wohnungsbau nutzen. Wir brauchen Impulse für privates Kapital im sozialen Wohnungsbau. Die Idee ist also, dass wir die Förderdarlehen des Landes mit privatem Kapital einzelner Unternehmen verbinden, die Mietbedingungen und die Zugangsmöglichkeiten zu Sozialwohnungen beibehalten und gleichzeitig den Unternehmen das Recht einräumen, ihre Mitarbeitenden in diesen Wohnungen unterzubringen. Damit lösen wir einerseits die Frage von Wohnraum, und andererseits wird auch das Problem bezüglich mangelnder Fachkräfte gelöst. Das ist eine Win-win-Situation, und das ist gut so. (Beifall SPD und SSW) In diesem wunderschönen Bundesland zwischen den Meeren machen viele Menschen im Jahr Urlaub. Das ist gut so. Der Tourismus floriert, wir haben eine gute Tourismuslandschaft, aber: Die Mitarbeitenden brauchen bezahlbaren Wohnraum an den Küsten. Gleichzeitig müssen wir feststellen: Unser Land ist so schön, dass einige gar nicht wieder weg wollen und dass sie hier Zweitwohnungssitze an den Küsten, aber auch Erstwohnungssitze erwerben. Die Menschen wollen nicht wieder weg. Das ist ja schön, aber das führt dazu, dass bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird und die Menschen, die hier an den Küsten arbeiten, die dafür sorgen, dass das Leben am Laufen bleibt, keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Das kann so nicht bleiben; deshalb müssen wir etwas tun. Wir müssen den Unternehmen die Möglichkeit geben, dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeitenden zu bezahlbaren Bedingungen untergebracht werden. (Beifall SPD) Wenn man sich die Preissteigerungen bei den Angebotsmieten von 2015 bis 2025 anguckt, dann sieht man, dass die Mieten um 90 Prozent gestiegen sind; das ist mehr als in Hamburg. Deshalb müssen wir etwas tun, deshalb können wir das so nicht laufen lassen, und deshalb finde ich unsere Idee so charmant, dass wir dafür sorgen, dass den Unternehmen die Möglichkeit gewährt wird, ihre Mitarbeiter_innen zu bezahlbaren Bedingungen vor Ort unterbringen zu können – das ist wichtig, weil niemand in Scharbeutz, in Travemünde oder sonst wo an den Küsten angestellt werden kann, wenn man keine Wohnung findet. Deshalb ist es so wichtig, dass wir dafür sorgen, dass bezahlbare Wohnungen entstehen. (Beifall SPD und SSW) Mit unserem Modell sichern wir die Fachkräfte, die wir im Tourismus benötigen. Aber das gilt nicht nur für die Tourismusgebiete – das gilt für das gesamte Land. Es ist wichtig, dass wir dafür sorgen, dass die Menschen, die eine Stelle bekommen oder die sich um eine Stelle bewerben, auch bezahlbaren Wohnraum erhalten. Sozialer Wohnungsbau wird dabei gleichzeitig zu einem Wachstumsmotor unserer Wirtschaft, und das ist gut so. Wir haben schon ein Projekt in Grömitz, das im Entstehen ist. Unternehmen wollen sich zu einer Genossenschaft zusammenschließen und streben an, dort für ihre Mitarbeitenden bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das ist ziemlich kompliziert – zugegeben –, aber ich bin der Meinung: Eine komplexe Aufgabe darf man nicht deshalb nicht angehen, weil sie es komplex oder schwierig ist, sondern man muss sie angehen, um die Probleme zu lösen. Und das wollen wir. Wir wollen bezahlbaren (Thomas Hölck) Wohnraum für Fachkräfte, wenn Unternehmen sich daran finanziell beteiligen.

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