Peter Lehnert
Für die Landesregierung erteile ich jetzt das Wort der zuständigen Ministerin, Frau Professor Dr. von der Decken. Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Die psychotherapeutische Versorgung im Maßregelvollzug muss ebenso vielseitig sein, wie seine Patientinnen und Patienten es sind. Nur so können die Behandlerinnen und Behandler die individuellen Bedürfnisse der Menschen erfüllen, die ihnen anvertraut sind. Nur so ist es möglich, Patientinnen und Patienten langfristig zu stabilisieren und sie schließlich zu resozialisieren. Die Behandlung soll ihnen dort begegnen, wo sie jeweils gerade stehen. Oft erfordert dies im Maßregelvollzug andere Ansätze, als sie in der Richtlinienpsychiatrie empfohlen werden. Einzelgespräche sind dabei ein wichtiger Teil einer gelingenden Behandlung. Sie sind jedoch bei Weitem nicht der einzige essenzielle Aspekt, der sich in einer ganzheitlichen Therapie wiederfinden muss. In Schleswig-Holstein möchten wir unseren Fokus noch stärker als bisher auf die gesamte Bandbreite der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten lenken. Forensische Patientinnen und Patienten haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, an denen sich der Aufbau des Therapieangebotes orientiert. Daran muss sich der Aufbau des Therapieangebotes orientieren. Am AMEOS Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie in Neustadt variieren die therapeutischen Ansätze auf den verschiedenen Stationen daher deutlich. Auf der Aufnahmestation beispielsweise ist nur ein kleiner Teil der Patienten überhaupt in der Lage, längere Gespräche zu führen. Hier erfolgt die Versorgung im Rahmen kurzer, täglicher Kontakte. Im weiteren Verlauf ihres Aufenthaltes, der dann in anderen Häusern stattfindet, profitieren viele der Patienten dann von 25 bis 60 Minuten Gesprächszeit pro Woche.
