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Annabell Krämer

28.01.2026 Sitzungen 20/108

Für die Landesregierung erteile ich das Wort der Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung, Aminata Touré. Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Der Freiwilligendienst ist eine Zeit, in der sich junge Menschen in den Dienst der Gesellschaft stellen und ihren eigenen Horizont erweitern. In einer solchen Zeit wächst das Verständnis für andere Lebenssituationen und Perspektiven. Häufig ergeben sich plötzlich ganz neue Wege für die Zukunft. Aus einem „Was soll ich bloß werden?“ wird ein „Das würde ich gerne machen“. Für diesen Weg begeistern sich jedes Jahr Tausende junge Menschen in Schleswig-Holstein, sei es im Freiwilligen Sozialen Jahr, im Freiwilligen Ökologischen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst. Im Jahrgang 2024/25 gab es 1.500 FSJlerinnen und (Ministerin Aminata Touré) rund 190 FÖJlerinnen. Im Bundesfreiwilligendienst engagierten sich 2025 über 1.200 Menschen. Dieses Engagement ist ein Gewinn für uns alle. Es stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert die persönliche Entwicklung und eröffnet neue berufliche Perspektiven. Es stärkt Projekte, Institutionen und Einrichtungen, bei denen der Dienst absolviert wird. Aber wir wissen auch: Viele, die sich engagieren möchten, tun es nicht, obwohl sie es eigentlich wollen, beispielsweise, weil sie es sich nicht leisten können. Einige Freiwilligendienste scheitern aber auch schlichtweg daran, dass es nicht ausreichend Plätze gibt, auch wenn das differenziert betrachtet werden muss. Im FÖJ-Bereich gibt es eine höhere Anzahl an Bewerbungen, als es Plätze gibt. Im FSJ-Bereich sind die Plätze im Bereich Sport und Kultur gut besetzt, während die Einsatzstellen in Pflege und Kita zum Teil nicht besetzt wurden. Die SPD fordert in ihrem Antrag einen Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst. Im Kern teilen wir das gleiche Ziel: Wir wollen junge Menschen in ihrem Engagement so gut es geht unterstützen. Die regierungstragenden Fraktionen sind davon überzeugt, dass ein Rechtsanspruch allerdings nicht der richtige Weg ist. Was steckt dahinter? – Zahlreiche Regelungen von Richtlinien in allen Ländern bis hin zu bundesgesetzlichen Grundlagen sind zu ändern. Organisatorische Abläufe auf allen Ebenen müssen überdacht und überarbeitet werden. Wir sind gerade mitten in einer Debatte um Entbürokratisierung, die ich an vielen Stellen für richtig halte. Ich bin auch der Überzeugung, dass sich der Mehraufwand, der durch neue Abläufe im ersten Moment entsteht, durchaus lohnen kann, wenn die Verfahren am Ende dadurch schlanker und einfacher sind. Am Ende des Prozesses schafft ein Rechtsanspruch aber keinen einzigen Platz mehr. Deswegen finde ich die Debatte, die hier gerade geführt worden ist, total richtig. Die Koalitionsfraktionen fordern mich auf, mich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass bestimmte Verbesserungen auf den Weg gebracht werden. Das tue ich sehr gerne. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, unser Anspruch ist es, echte Möglichkeiten für junge Menschen zu schaffen, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen wollen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Plätze und Herausgegeben von der Präsidentin des eine Förderung, die dort ankommt, wo Engagement tatsächlich gelebt wird. – Herzlichen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

Protokoll ↗