Martin Habersaat
Vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kollegin Wentzel, da Sie sich überraschend nicht dazu bereit gefunden haben, eine Zwischenfrage zu erlauben, möchte ich auf diesem Weg noch einmal auf unseren Disput eingehen. Sie haben mich ja mehrfach persönlich angesprochen. Ich persönlich finde es immer richtig, wenn man einen Kollegen anspricht, dass man ihm noch die Gelegenheit gibt zu antworten, aber das darf jeder selbstverständlich frei entscheiden. Es gibt die Kleine Anfrage Drucksache 20/343. Da geht es um STEP, BERAB und LBB. STEP hatten wir schon, BERAB ist Berufsvorbereitung und Ausbildungsberatung, und LBB ist die lebensbegleitende Berufsberatung. Das hat zu Beginn dieser Legislaturperiode stattgefunden und war ein Anlass, das Ganze hier zu beraten. Insofern ist es nicht so, dass das jetzt alles völlig neu für die Bildungspolitiker_innen im Saal war, sondern das sind Themen, die uns hier schon eine ganze Weile begleiten. Ich finde Ihren Vorschlag super, das Ganze im Ausschuss noch einmal aufzugreifen. Denn unter anderem kam bei dieser Kleinen Anfrage heraus, dass diese ganzen Coaches, die es gibt, alle bei Bildungsträgern befristet eingestellt sind. Damals hatten wir hier im Haus die Diskussion, dass es eigentlich nicht angehen kann, dass Menschen, die dabei helfen sollen, junge Menschen dauerhaft ins Berufsleben zu bringen, selber in prekären Arbeitsverhältnissen leben und selber mit befristeten Verträgen arbeiten müssen. Das hat die Landesregierung damals aufgenommen und gesagt, sie werde sich für verlässliche und zeitlich unbefristete Programme einsetzen. Ich bin gespannt, im Bildungsausschuss von der Ministerin zu erfahren, mit welchem Erfolg das inzwischen stattgefunden hat. Jetzt bin ich bei der Frage der Evaluation von STEP. Natürlich werden solche EU-Programme evaluiert. Ich hatte ja in meinem Vortrag zum Ausdruck gebracht, dass ich die Flex-Klassen im Zusammenhang mit den Praxisklassen betrachte. Das sind zwei unterschiedliche, aber doch verwandte Instrumente für letztlich dieselbe Zielgruppe. Ich finde es wahnsinnig spannend, sich anzugucken, wie diese beiden Instrumente wirken und ob und wie wir die möglicherweise landesweit ausrollen. Da ist eine Evaluation mit Blick auf SchleswigHolstein und unsere Möglichkeiten hier wichtig. Ich dachte, das fänden CDU und Grüne auch und hätten deshalb in ihren Antrag geschrieben: „Das bestehende erfolgreiche Flex-Konzept sollte evaluiert und ausgeweitet werden“. Nun erzählen Sie mir: Nein, das war dummes Zeug, was da steht, das meinten wir gar nicht. Herr Habersaat, Sie haben das verkürzt verstanden, wenn Sie uns beim Wort nehmen. – Ich nehme Sie beim Wort. Wenn Sie als CDU beantragen, das soll evaluiert werden und mir hinterher vorwerfen, ich wür- (Martin Habersaat) de verlangen, dass es evaluiert werde, dann ist das der falsche Ansatz, Frau Kollegin Wentzel. (Beifall SPD – Zurufe CDU) Ich finde es wichtig, und ich glaube, hier liegt eine Riesenchance für unsere Gemeinschaftsschulen. Lassen Sie uns die gemeinsam ergreifen! – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD, Dr. Heiner Garg [FDP] und Christian Dirschauer [SSW])
