Malte Krüger
Sehr geehrte Frau Präsidentin! 2024 verließen fast zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler ohne Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss die Schule. Da müssen wir natürlich präventiv gegensteuern. Eine wirklich wirksame Maßnahme gegen Schulabbrüche sind die Flex-Klassen, und es haben ja bisher auch alle gesagt, dass sie das gut finden. Die flexible Übergangsphase ermöglicht ein zusätzliches Lernjahr auf dem Weg zum Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss. In der Flex-Klasse bleibt mehr Zeit für individuelles Lernen und praktische Erfahrungen wie Betriebspraktika oder Werkstatttage. Den Schülerinnen und Schülern in den Flex-Klassen kommt noch Berufsorientierung und Coaching zugute. Dieses STEP-Coaching wird zusätzlich vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Das sind die Fakten. (Malte Krüger) Wenn Sie einmal mit einer Lehrkraft sprechen, die in einer Flex-Klasse unterrichtet, in der auch Schüler_innen mit sonderpädagogischen Bedarfen sitzen, und die ihnen erzählt, was das eigentlich mit den Schülerinnen und Schülern macht, dann versteht man erst so richtig, warum das so wichtig ist. Die Schülerinnen und Schüler, die in diesen Klassen sind, leben richtig auf, sie fühlen sich vom System besser gewertschätzt und sind eher in der Lage, ihren Schulabschluss zu erreichen. Ich kann nur jedem hier empfehlen, wenn Sie einmal an einer Schule sind, wo es eine Flex-Klasse gibt, sprechen Sie mit den Lehrkräften und den Schüler_innen dort! Dann werden Ihnen die Augen geöffnet. Es ist ein toller Erfolg in unserem Bildungssystem, dass es diese Flex-Klassen gibt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Schülerinnen und Schüler, die mehr Unterstützung, Lernzeit und Praxis benötigen, profitieren enorm von diesem Angebot. Jugendliche können sich bei ihrer Schule für diese Flex-Klassen bewerben, und der Bedarf ist sehr hoch. Die Flex-Klassen sind zudem ein sehr starkes Instrument gelebter Inklusion, denn sie richten sich auch an Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Wir setzen deshalb, wie hier bereits beschlossen, auf den weiteren Ausbau von Flex-Klassen, denn unser gemeinsames Ziel ist doch klar: Wir wollen mehr Jugendliche erfolgreich zum Schulabschluss führen, durch zusätzliche Lernzeit, mehr Praxisbezug und verlässliche Unterstützung für diejenigen, die sonst abgehängt werden. Jetzt ging es eben um die Frage, wie das mit der Evaluation ist. Ich finde den Vorschlag, den die Abgeordnete Uta Wentzel gemacht hat, richtig, dass wir das an den Ausschuss überweisen und uns da einmal die Ergebnisse anhören. Auch ich wusste nicht, dass es diese STEP-Evaluation gibt. Deswegen kann ich durchaus verstehen, dass es da Kritik gibt, weil das in diesem Parlament halt nicht so bekannt war. Deswegen sollten wir an der Stelle abrüsten, das Thema im Bildungsausschuss behandeln und uns vom Ministerium die Ergebnisse anhören. Wichtig ist, dass alle Fraktionen das Flex-Konzept unterstützen. Das ist doch das Zentrale, und darauf können wir uns einigen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
