Annabell Krämer
Ach so. – Das ist ein weiterer Bericht, der diese Zahlen nur nennt, aber weder Ziele, noch klare Maßnahmen, noch eine konkrete Evaluation zur Wirksamkeit vorlegt. Wer solche Entwicklungen nur beschreibt, statt sie entschlossen zu bekämpfen, nimmt den dauerhaften Bildungsabstieg ganzer Jahrgänge in Kauf. Ich sage es als Freie Demokratin mal ganz deutlich: Für mich ist jedes Kind ohne Schulabschluss ein Kind zu viel. (Vereinzelter Beifall FDP, SPD und SSW) Genauso bedrückend ist die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen, die statistisch nicht als ohne Abschluss geführt wird, lediglich einen sonderpädagogischen Abschluss erhält. Denn dieser Abschluss hat leider in unserer Gesellschaft faktisch keine Wertigkeit. Für viele Jugendliche bedeutet er nicht Anerkennung, sondern eigentlich Ausschluss. Das ist die ziemlich traurige Realität. (Annabell Krämer) Wenn wir Schulen nur verwalten, aber nicht dafür sorgen, dass jede Schülerin und jeder Schüler eine echte Chance erhält, dann machen wir Bildungspolitik an ihrem Kern vorbei. Wir müssen daran arbeiten, jungen Menschen wirkliche Perspektiven und nicht nur statistische Kategorien zu geben. Ein Abschluss, der im Leben nichts bedeutet, ist kein Abschluss, sondern eine Sackgasse. Wir sagen ganz klar: Jeder Jugendliche hat das Recht auf einen Abschluss, der Türen öffnet, auf eine Förderung, die trägt, für jedes Kind, für jeden Jugendlichen die für ihn am besten geeignete Bildung. Das muss unser aller Bestreben sein. Jetzt haben Sie es geschafft: Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, und ich werde dieses Jahr nicht mehr reden, versprochen. Ich wünsche allen frohe Weihnachten. (Beifall FDP, SSW, vereinzelt CDU. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD)
