Malte Krüger
Jetzt haben Sie nicht auf meine Frage geantwortet, aber die zielte genau auf das, was Sie gerade gesagt haben. Jetzt sagen Sie, in dem Bericht steht, dass Schleswig-Holstein in den verschiedenen Bereichen über dem Bundesschnitt ist. (Martin Habersaat) Das Bildungsministerium argumentiert doch aber in dem gleichen Bericht damit, dass diese Zahlen nicht eins zu eins mit dem Bundesschnitt oder mit den anderen Bundesländern verglichen werden können. Wie kommt das Bildungsministerium Ihrer Meinung nach darauf, das zu sagen? Ich kann das sehr gut nachvollziehen: weil die anderen Bundesländer zum Teil komplett andere Abschlüsse und nicht das gleiche System wie wir haben. Dass das nicht vergleichbar ist, ist für mich sehr einleuchtend. – Also wenn Sie meine persönliche Einschätzung hören wollen, dann liegt das daran, dass das Bildungsministerium die erschütternde Bilanz Schleswig-Holsteins relativieren möchte; denn die Zahlen sind in den letzten Jahren schlechter geworden. (Beifall SPD) Besonders dramatisch ist die Lage für Jugendliche ohne deutsche Staatsangehörigkeit: 28,3 Prozent verlassen die Schule ohne ESA, 28,3 Prozent, das ist mehr als jeder Vierte. Jetzt komme ich wieder zu einer politischen Schwerpunktsetzung von Ihnen. Sie kürzen im DaZ-Bereich bewusst und absichtlich. Das trifft genau diese jungen Leute. (Beifall SPD, SSW und vereinzelt FDP) Zweiter Punkt: Lehrkräftemangel. Sie reden von Stabilität, Sie liefern Prekariat. Wenn wir in den Bericht zur Unterrichtssituation gucken, sehen wir, die Zahl der Schüler_innen ist gestiegen. Wir haben es gehört, mehr Kinder, mehr Bedarf, mehr Verantwortung – sollte man meinen. Aber von 3.773 neuen Lehrkräften sind 81 Prozent befristet beschäftigt. Sie machen den Lehrerberuf zur Drehtür der Unsicherheit, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und Annabell Krämer [FDP])
