Anette Röttger
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst ein herzlicher Dank, Ministerin von der Decken, für die vorgelegten Berichte und ein herzlicher Gruß an unsere Bildungsministerin. Neben einem umfangreichen Zahlen- und Datenmaterial geben die Berichte einen sehr facettenreichen und detaillierten Lagebericht zur Situation an unseren Schulen, verknüpft mit zahlreichen wirkungsvollen Maßnahmen, die zum Gelingen von schulischer Bildung beitragen. Gute Bildung kann dir niemand nehmen. – Dieser Satz hat meine Kindheit geprägt, denn Bildung ist von unschätzbar hohem Wert. Sie befähigt zu einem Leben in Eigenverantwortung. Gute Bildung erfordert in der Regel ein Maß an Ausdauer, ein gesundes Maß an Lernfreude, gepaart mit Leistungsbereitschaft und Disziplin. Die Sicherstellung des Erreichens der Schulabschlüsse ist daher auch nach wie vor ein prioritäres bildungspolitisches Ziel hier bei uns im Land. Denn Menschen ohne Bildungsabschluss sind eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Intensive und vielschichtige bildungspolitische Bemühungen müssen stattfinden, damit diese Zahl möglichst gering gehalten wird. Der Bericht zeigt, dass von den 2.500 Schülerinnen und Schülern, die die Schule ohne ESA verlassen haben, also ohne ersten Schulabschluss, immerhin 1.700 den Schulabschluss im berufsbildenden Bereich nachholen – und das ist gut so. Die Ministerin hatte darauf hingewiesen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK weist konkrete Maßnahmen aus, die Bildung besser machen. Drei wesentliche Empfehlungen sind die Grundlage für bildungspolitische Ziele hier in Schleswig-Holstein. Ich möchte drei nennen. Zum einen ist es die Stärkung der (Anette Röttger) basalen Kompetenzen. Im Lesen, Schreiben und Rechnen ist ein konkreter Handlungsplan hinterlegt. Beispielhaft möchte ich das Leseband MatheZeit LeA.SH zur Erfassung der Lernausgangslagen nennen. Für den Erwerb der deutschen Sprachkompetenz bis zum Erwerb von funktionaler mathematischer, sprachlicher und grundlegender berufsrelevanter Kompetenzen wird an unseren Schulen sehr viel getan. Die Alltags- und Bildungssprache Deutsch bleibt eine ganz zentrale Voraussetzung für eine gelingende Schullaufbahn, aber auch für den späteren Einstieg in den Beruf. Das Zweite ist die Gestaltung der Übergänge. Um Brüche in Bildungsbiografien zu vermeiden, schauen wir genau hin. Da geht es nicht nur um den Übergang vom Kindergarten in die Schule und von der Grundschule in die weiterführende Schule; es geht dann auch um den Einstieg in den Beruf. Stellvertretend nenne ich die jüngste Einführung der Viereinhalbjährigen-Untersuchung, die auf den Weg gebracht worden ist. Drittens nenne ich die verbesserten Berichtssysteme im Übergangssektor. Das hilft allen beteiligten Akteuren für passgenaue Angebote. Dennoch bleibt die Problemlage von vielen Jugendlichen ohne Abschluss vielschichtig. Der Bericht weist auf wesentliche Ursachen wie Sprachbarrieren, psychische Probleme, Leistungsverweigerung und extreme Schulunlust hin.
