Heiner Rickers
Es ist okay. Herr Dr. Garg, hier ist noch ein Heiner, der gedanklich gar nicht weit von dem entfernt ist, was wir hier bisher gemeinsam beschlossen oder diskutiert haben. Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren! Nun kann ich auch mit einem großen Erfahrungsschatz aufwarten, was Tierhaltung angeht. Ich weiß, dass Tiere nicht wie Maschinen reagieren und dass sie entweder 365 Tage, 24 Stunden betreut werden müssen oder in ihrem Überlebenswillen in der freien Natur oft widrigen Dingen ausgesetzt sind. Ich möchte ich mich ausdrücklich bedanken, dass wir uns nicht wie in Debatten in vergangenen Legislaturperioden auf widrige Bedingungen in der Landwirtschaft und in der Massentierhaltung fokussiert haben, weil dort die meisten Tiere gehalten werden. Sie kennen die Diskussion. Heute war es sehr harmonisch und ausgeglichen, und wir sind uns alle in der Zielformulierung glücklicherweise einig. Wir sind uns alle einig in der politischen Zielbeschreibung, dass wir mehr Tierwohl wollen. Ich habe es eben gesagt: Die meisten Tiere werden nach wie vor in der Landwirtschaft gehalten. Da hat sich so viel mit unserer Mithilfe und mit unseren gemeinsam gefassten Beschlüssen verbessert. Ich nenne einmal den Runden Tisch Nutztierhaltung, der regelmäßig tagt, und der im Landwirtschaftsministerium insbesondere unter Robert Habeck – Herr Kock-Rohwer – fraktionsübergreifend mit den großen Verbänden für die Nutztierhalter für sehr viele Verbesserungen verantwortlich war, die er formuliert und letztendlich mit unserer Unterstützung oder Beschlusslage politisch umgesetzt hat. Da will ich einige Beispiele nennen. Wir waren vorhin schon einmal bei der Pelztierhaltung. Es wissen nur wenige, dass wir vor Jahren in Schleswig-Holstein noch Pelztiere unter wirklich widrigen Bedingungen gehalten haben. (Sybilla Nitsch [SSW]: Ja!) In Dänemark werden sie immer noch gehalten. (Sybilla Nitsch [SSW]: Ja!) (Heiner Rickers) Die Nerzzucht war ein Riesenproblem; das hat sich erledigt. Da hat sich viel verbessert, etwa der Transport. – Da dürfen Sie gerne klatschen. (Beifall CDU, FDP und SSW) – Vielen Dank.Der Transport von Rindern, die Bedingungen bei der Schlachtung, die Kontrollierbarkeit, die Überwachung, insbesondere bei den von mir genannten Dingen, sind wesentlich besser geworden. Sie wissen auch, dass sich durch die hohen Fleischpreise im Moment im Bereich des Tierwohls in den Bereichen Rinder- und Hähnchenhaltung unwahrscheinlich viel verbessert hat. Die Milchpreise haben dafür gesorgt, dass die erfolgreichen Betriebe heute insbesondere ins Tierwohl investieren, weil sie wissen, dass die hochleistenden Milchkühe langfristig nur dann gute Leistung gewährleisten können, wenn sie ein gutes Leben haben und gut gehalten werden. Es hat sich viel getan, ob bei den Pelztieren oder den tragenden Rindern, die nicht geschlachtet werden dürfen – das war sonst immer ein Graubereich –, den Kälbern, die nicht genetisch hornlos geboren werden, die nur noch mit Schmerzmitteleinsatz und unter Betäubung meist von fachkundigen Tierärzten enthornt werden, oder dem Kastrieren von männlichen Ferkeln, das heute nur noch mit Fachleuten unter Schmerzmitteleinsatz geht.
