Martin Habersaat
Vielen Dank, Herr Kollege. – Mich würde interessieren, woher Sie wissen, dass 95 Prozent auf diese offenen Angebote setzen werden. Hatten die denn die Wahl? – Das ist eine jetzige Annahme. Das ist eine Schätzung, basierend auf bisherigen Erfahrungswerten. Es gibt ja schon gebundene Ganztagsangebote im Land, also es ist eine Schätzung. Wir werden es später genauer sehen. Deswegen steht ja in unserem Antrag, dass wir uns ein genaueres Bild machen möchten. Die SPD fordert nun den Ausbau der gebundenen beziehungsweise der teilgebundenen Ganztagsschulen. Aber was bedeutet das denn überhaupt? – In gebundenen Ganztagsschulen ist Teilnahme am Nachmittag verpflichtend. Damit ist eine ganz andere Unterrichtsstruktur verbunden. Unterricht und ergänzende Angebote sind über den Tag verteilt. Der Tag ist stärker rhythmisiert. Dies kommt vor allem Kindern aus sozial herausfordernden Umgebungen zugute, die zu Hause nicht die Unterstützung bekommen, die sie vielleicht verdienen. Gebundene Ganztagsschulen können also ein Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit sein, insbesondere in sozialen Brennpunkten. Aktuell sind etwa (Martin Balasus) 3,6 Prozent der Schulen in Schleswig-Holstein gebundene Ganztagsschulen. Teilgebundene Ganztagsschulen, also eine Mischform aus beiden Modellen, gibt es bislang in Schleswig-Holstein nicht. Es liegen uns also keinerlei Erfahrungen vor. Klar ist aber, dass sie im Vergleich zum offenen Modell wesentlich personalintensiver und wahrscheinlich mit mehr Organisationsaufwand verbunden sind, wenn man beide Strukturen unter einem Dach vereinen möchte. Unser Vorschlag: ein Schulversuch mit Interessenbekundungsverfahren. Schließlich muss man erst einmal klären, welche Schulträger sich überhaupt für diese Hybridform interessieren, und an ausgewählten Startchancen-Grundschulen können dann erste Erfahrungen gesammelt werden. Nur so ist zu klären, ob dieses Modell funktioniert, wie viel Personal nötig ist und inwiefern es Kindern mit schlechteren Startchancen wirklich hilft. Das ist unser Ziel, das ist unser Vorgehen, und das ist der richtige Weg. – Vielen Dank. (Beifall Peter Lehnert [CDU] und Rixa Kleinschmit [CDU])
