Martin Balasus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ab dem nächsten Schuljahr beginnt (Martin Balasus) deutschlandweit eine der größten bildungspolitischen Weichenstellungen der letzten Jahre: Der flächendeckende Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz für Grundschülerinnen und Grundschüler geht an den Start. Schritt für Schritt werden bis 2029/2030 alle Kinder der Klassenstufe 1 bis 4 die Möglichkeit haben, ein hochwertiges Ganztagsangebot zu nutzen: täglich acht Stunden Bildung, Förderung und Gemeinschaft. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das ist mehr als Betreuung, sondern ein neues Verständnis von Schule: ein Ort, an dem Kinder nicht nur lernen, sondern wachsen, mit Sport, Musik und Theaterangeboten, vielfältigen Projekten und Raum für Neugier und Kreativität. Ein Ort, an dem jedes Kind seine Talente unabhängig von seinen Startvoraussetzungen entdecken und dann entfalten kann. Der Anspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz bedeutet also mehr Chancengerechtigkeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Zeit zum Lernen und Leben für all diejenigen, die diese Angebote wahrnehmen wollen. Das ist eine echte Bildungsreform und eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Wir stehen dabei schon auf einem guten und starken Fundament. Schon heute bieten 97 Prozent unserer Grundschulen in Schleswig-Holstein Ganztags- oder Betreuungsangebote an. Das Land unterstützt ganz erheblich beim Ausbau. 85 Prozent der Investitionskosten, insgesamt eine halbe Milliarde Euro, fließen vom Land an die Schulträger, damit diese Neubauten, Umbauten und moderne Ausstattung bezahlen können, von Spielgeräten über Lernräume bis hin zu Mensen. (Zuruf Martin Habersaat [SPD] – Zuruf Tobias Koch [CDU]) Über 200 Millionen Euro jährlich stellen wir außerdem für den laufenden Betrieb bereit. 75 Prozent der tatsächlichen Betriebskosten trägt das Land, den Rest die Kommunen. Das ist ein partnerschaftliches und ein verlässliches Verhältnis und wird von den Schulträgern honoriert. (Beifall CDU und Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Gemeinsam heißt auch: Sportvereine, Musikschulen, Theater, Medienpädagoginnen und Medienpädagogen und viele weitere Partner machen den Ganztag bei uns lebendig. Sie bringen Bewegung, Kultur und Praxis in den Schulalltag, unterstützt durch bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr vom Land. Natürlich wissen wir aber auch, dass ein qualitativ hochwertiger Ganztag auch gutes Personal braucht. Darum setzen wir auf die etablierten Kräfte, die schon heute im Ganztag tätig sind, und vor allem auf Qualifizierung und auf Weiterbildung. Für jede Ganztagsgruppe von 25 Kindern stehen zwei Betreuungspersonen bereit. Das ist ein deutlich besserer Schlüssel als häufig am Vormittag. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Gros der Schulen im Land, rund 95 Prozent, wird auf diese offenen Ganztags- und Betreuungsangebote setzen. Hier steht das Prinzip der Freiwilligkeit im Vordergrund. Eltern entscheiden, ob und in welchem Umfang ihr Grundschulkind die Nachmittagsangebote wahrnehmen wird.
