Annabell Krämer
Für die Landesregierung erteile ich der Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Dorit Stenke, das Wort. Dr. Dorit Stenke, Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich versuche, das Chi im Raum etwas zu beruhigen, und spreche zum WiPo-Unterricht. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Ja, wir brauchen eine Überarbeitung, wir brauchen sie aus verschiedenen Gründen, die hier zum Teil schon genannt worden sind. Die Fachanforderungen sind fast zehn Jahre alt, wir haben inzwischen einige Veränderungen in der Stundentafel vorgenommen, wir haben uns noch einmal mit dem Praktikum beschäftigt. All das ist in unserem bisherigen WiPo-Lehrplan hinterlegt. Wir haben außerdem eine Debatte zur Kompetenzentwicklung in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern in der KMK geführt, in der wir ebenfalls die Anforderungen überarbeiten werden, und das wollen wir hier im Land natürlich berücksichtigen. Wir sind sehr glücklich, dass wir in SchleswigHolstein das Fach WiPo haben. Auch ich finde WiPo ein wunderbares Fach, weil es die beiden Seiten, die zusammengehören, zusammen abbildet. Das machen nicht sehr viele Länder, wir machen das. Wir haben gute Fachanforderungen, aber der Fortschritt geht weiter, die Didaktik entwickelt sich weiter. Deswegen werden wir die Fachanforderungen überarbeiten. Insoweit sind wir uns fast alle einig. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Lassen Sie mich zwei, drei kleine Punkte in Erinnerung rufen, wenn wir über das Fach WiPo sprechen. Frau Riecke, ich stimme mit Ihnen überein, dass das Praktische, das Tun, das Ins-Handeln-Kommen wichtig ist. Das wissen wir ja auch aus den Ergebnissen der Evaluation, an der wir teilgenommen haben – über die Civic Study ist heute nicht gesprochen worden –, aus dieser Studie, dass das praktische Tun ein bisschen zu kurz kommt. Wir werden uns ja noch intensiv mit dem Pakt für Demokratie auseinandersetzen, das ist schon erwähnt worden. Wir haben das Landeskonzept Entrepreneurship Education eingeführt. Dabei geht es darum zu verstehen, was wirtschaftliches Handeln in einem Unternehmen bedeutet, was Unternehmertum be- (Ministerin Dr. Dorit Stenke) deutet, wie man selbst Unternehmerin oder Unternehmer werden kann und wie man sich selbst dazu ermächtigen kann, etwas zu tun. Denn das verändert das wirtschaftliche Handeln, das verändert das Denken, und das verändert auch die Haltung bei Kindern und Jugendlichen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Dr. Michael Schunck [SSW]) Wir haben ein Zentrum für Entrepreneurship Education auf den Weg gebracht, ein Kompetenzzentrum, das jetzt an der CAU zusammen mit den anderen Start-ups Lehrkräftebildung machen wird, das Schülerinnen und Schülern einen Raum bietet, genau das zu lernen. Das ist sicherlich eine wichtige Debatte, um das auch in den Fachanforderungen zukünftig zu berücksichtigen. Ich möchte noch einmal betonen: Sparen und Verschuldung, Jugendliche als Konsumenten, all das sind auch jetzt schon Themen in unserem Lehrplan. Das ist schon Teil unserer Fachanforderungen. Es ist schon ziemlich gut gewesen, dass wir die Möglichkeit hatten, das zu tun. Das müssen wir weiterentwickeln. Wir müssen das konzeptionell, auch didaktisch-konzeptionell weiterentwickeln. Genau das haben wir uns vorgenommen. Ich freue mich sehr, auch für alle WiPo-Lehrkräfte hier in diesem Land, dass wir diese Debatte heute hier in diesem Haus geführt haben, weil auch das nämlich ihr Fach in den Schulen stärkt, weil es ihre Wahrnehmung stärkt und weil es deutlich macht, dass wir genau solche Fächer in unseren Schulen in Schleswig-Holstein brauchen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW) Weil das jetzt so ein schöner Schlusssatz ist, sage ich nicht noch einmal etwas zu den Stunden, denn ich glaube, das ist jetzt zu kleinteilig. – Ich wünsche Ihnen und euch allen einen guten Abend. – Danke schön. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW)
