Martin Balasus
Nein, jetzt würde ich gern fortfahren. Vielen Dank. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei uns in Schleswig-Holstein wird historische, politische Bildung bereits heute großgeschrieben. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus wurde im Schulgesetz verankert, nun kommt er auch noch in die Verfassung. DialogP, Schule ohne Rassismus oder Zukunftsschule, Klassenräte, aktive Schülervertretung, Pflege von Stolpersteinen, Planspiele, der Besuch von Gedenkstätten, Entrepreneurship Education und so weiter bilden die Schülerinnen und Schüler vielerorts weiter, klären auf, geben Denkanstöße, damit sich junge Menschen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern entwickeln können. (Beifall CDU) Eine Bündelung und Erweiterung kommt mit dem Pakt für Demokratie hinzu, ein komplexes Maßnah- (Martin Balasus) menpaket, eine gemeinsame Kraftanstrengung, die nichts weniger zum Ziel hat, als unsere Demokratie in Schleswig-Holstein zu fördern. Nun zur FDP. Sie fordern eine Überarbeitung der Fachanforderungen im Fach WiPo und mehr ökonomische Bildung. Ich teile die Auffassung, dass die Themenbereiche Wirtschaft, Finanzbildung und Verbraucherbildung manchmal im Unterricht zu kurz kommen, und das sollte nicht passieren. Deshalb ist auch dieser Bereich bereits in den jetzigen Fachanforderungen ein zentraler Schwerpunkt. „Jugendliche als Konsumenten“ ist ein Themenfeld, „wirtschaftliches Handeln“ ein weiteres, „Grundprinzipen der sozialen Marktwirtschaft“, „Sparen und Verschulden“ und so weiter. Das sind Auszüge aus den aktuellen Fachanforderungen. Also die Verankerung ist schon gegeben, aber vielleicht muss man sie tatsächlich mancherorts noch besser leben, das stimmt. Schließlich setzt sich das Fach WiPo mit allen drei Teilbereichen des Faches, nämlich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, gleichermaßen in einem ausgewogenen Verhältnis auseinander. Liebe FDP, Ihre Forderung nach neuen Fachanforderungen ist etwas überholt, denn sie ist schon auf dem Weg. Wegen der Verlegung des Wirtschaftspraktikums in die Einführungsphase, also in den 11. Jahrgang, der zwei zusätzlichen WiPo-Stunden in der Mittelstufe ab Klassenstufe 7 und einer Überarbeitung der KMK-Standards für die Gesellschaftswissenschaften, die angekündigt ist, ist eine Überarbeitung eh in Planung. Trotzdem finde ich es wichtig, dass wir darüber sprechen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Weichen für zusätzlichen WiPo-Unterricht sind also hier in Schleswig-Holstein bestens gestellt, oder das Feld ist bestellt. Das beste Mittel, die politische und wirtschaftliche Kompetenz für junge Leute zu stärken, ist aber immer noch mehr Unterricht. Deswegen wird es bald zwei Stunden mehr WiPo geben. Das wird die Resilienz unserer Demokratie erhöhen und hoffentlich dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler nicht so leichtfertig denjenigen auf den Leim gehen, die es mit Demokratie und mit sozialer Marktwirtschaft weiß Gott nicht gut meinen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
