landtag.ltsh.de ↗

Heiner Rickers

CDU 20.11.2025 Sitzungen 20/103

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Tolle Debatte. Wir sind uns im Ziel ja einig und haben viel erreicht. Ich behaupte mal, ich bin ein Kind der Wasserrahmenrichtlinie. Herr Minister, seit 2000 bin ich aktiv dabei. Sie wollten ja die regionale Verwurzelung und haben glücklicherweise auch die Stör – ich bin Anrainer an der Stör auch mit Eigentum – (Zuruf SPD: Mit Eigentum!) genannt mit sehr vielen tollen Projekten – mit Eigentum sogar, gar nicht verwerflich, ne? –, (Heiterkeit und Beifall CDU) also hoher Eigenverantwortung des Eigentums. Ich bin derjenige mit der Verwurzelung, der sowohl weiß, wie man einen Graben kleit – sagt man ja bei uns – als auch wie man ihn nicht kleit oder nur einseitig von Jahr zu Jahr pflegt oder baggert oder was auch immer. Wir haben unwahrscheinlich viele große Anstrengungen vor Ort unternommen, die aus meiner Sicht sehr erfolgreich sind – Sohlgleiten werden Ihnen etwas sagen, also die alten Abstürze weggenommen und eine Durchlässigkeit für die Fauna gewährleistet. Das hat viel Geld gekostet, auch viel Mühe. Wir haben Zuflussauen an der Stör renaturiert, wieder schön ins alte Flussoder Auenbett mit viel Aufwand und natürlich auch mit Widerstand von den Leuten vor Ort zurückverlegt. Frau Redmann, auch unter Ihrer Verantwortung hat die Stiftung Naturschutz unwahrscheinlich viel Retention oder Pufferfläche an der Stör gekauft. (Sandra Redmann [SPD]: Ich weiß!) Das klappt hervorragend, was Gewässer- und Artenschutz angeht, Jakobskreuzkraut mal ausgeblendet. Alles andere läuft sehr gut, immer mit tiefer regionaler Verwurzelung. Bei der vierten Klärstufe bin ich aktiv dabei gewesen: also auf kleinen Dörfern den Leuten erklären, dass sie, wenn sie 80 Kubikmeter Wasser brauchen und weniger in der Klärgrube ankommt, das auch noch teuer mit einer vierten Klärstufe versehen müssen. All das waren sehr gute Entscheidungen. Die haben aus meiner persönlichen Sicht zu einer absoluten Verbesserung der Oberflächengewässer – ich beschränke mich jetzt mal auf die Stör und nicht auf den Bericht – geführt. – Ja, da dürfen Sie gerne klatschen, sehr gut. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Vielen Dank. – Nun kommt das Problem: Nur drei Prozent haben den sogenannten guten ökologischen Zustand erreicht. Das ist ja frustrierend für Leute wie mich – 25 Jahre Arbeit reingesteckt, drei Prozent erreicht. Frau Kleinschmit, deswegen ist der Hinweis so wichtig, und ich werde ja nicht müde, den auch von Ihnen gegebenen wichtigen Hinweis zu wiederholen: „One out – all out“ führt dazu, dass bei sehr großer Anstrengung und vielen Erfolgen am Ende das Gewässer immer wieder die Kriterien reißt. (Rixa Kleinschmit [CDU]: Ich habe das aus deiner Rede von 2019!) Das ist schade, denn wenn Sie 25 Kriterien zu unterschiedlichen Messzeiten im Jahr messen und selbst meinen, Sie können nun aus der Stör trinken und darin baden – konnte ich als Kind nicht, weil es gefährlich war, also giftig –, dann sind Sie doch enttäuscht, wenn wir das so bewerten. Ich habe keine Lösung dafür, wollte nur darauf hinweisen. Deswegen: Nehmen Sie auch wahr, dass Fortschritte erzielt wurden! Im Ziel sind wir uns einig. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Werner Kalinka [CDU]: Sehr gut! – Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Heiner Rickers Protokoll ↗