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Kristina Herbst

20.11.2025 Sitzungen 20/103

Frau Abgeordnete, Entschuldigung. Ich möchte darum bitten, sowohl auf der Regierungsbank als auch in den Reihen der Abgeordneten die Zwischengespräche zu unterlassen. Es ist schon vom Präsidium aus extrem schwierig, die Abgeordnete zu verstehen. Ich möchte Sie bitten, zuzuhören oder die Gespräche außerhalb des Plenarsaales zu führen. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Herzlichen Dank. – Wenn der Sprachförderbedarf erheblich ist, erhält das Kind ab dem darauffolgenden Schuljahr an einigen Wochenstunden zusätzliche Sprachförderung – organisiert durch die Grundschule und während der Kita-Betreuungszeit. Wenn der Bedarf vorhanden, aber nicht so hoch ist, wird gemeinsam entschieden, ob das Kind in der Kita alltagsintegriert stärker gefördert wird. Bereits bei der ersten Erprobung hat sich gezeigt, dass nur vor Ort entschieden werden kann, ob die additiven Maßnahmen räumlich an der späteren Grundschule oder besser an der derzeitigen Kita stattfinden. Das ist schon ein erster Lerneffekt. Viel wird man standardisieren können, aber nicht die Bedingungen vor Ort. Von außen mag sich das für einige vielleicht simpel anhören. Ich kann Ihnen sagen: Das ist es ganz und gar nicht. Für viele Kitas und Grundschulen wird es bedeuten, eine ganz neue Kultur der verbindlichen Zusammenarbeit aufzubauen. Je mehr Kitas und Grundschulen hinzukommen und gleichzeitig in dem Verfahren zusammenarbeiten, desto komplexer wird EVi. Deshalb planen wir eine schrittweise Einführung bis zum Schuljahr 2028/2029. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Seit Frühjahr befinden wir uns in der Erprobungsphase. Die ersten zehn Kitas und Grundschulen haben das Verfahren der gemeinsamen Kompetenzfeststellung durchlaufen und bei 113 Kindern einen erheblichen Förderbedarf festgestellt und additive Maßnahmen zur Sprachförderung zum Schuljahresbeginn eingeleitet. Nicht in jeder Kita wird es künftig einen so hohen Sprachförderbedarf geben. Wir starten ganz bewusst bei den PerspektivKitas, weil wir dort erwarten, dass der Unterstützungsbedarf am höchsten sein wird. Die zweite Erprobungsphase hat mit der Vorbereitung begonnen und startet im Frühjahr erneut mit den Gesprächen; das ist schon das zweite Learning. Die Vorbereitungstreffen der beteiligten Einrichtungen und die Schulungen der Fachkräfte im Vorfeld sind enorm wichtig und wurden nun ausgebaut. Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber wir brauchen Zeit, um EVi sorgfältig zu implementieren. Im Grundsatz teile ich den vorgetragenen Wunsch der Opposition, dass wir EVi möglichst schnell für alle brauchen, aber Sie fordern einen vorgezogenen Start um zwei Jahre, also in einem Dreivierteljahr. (Zuruf Serpil Midyatli [SPD]) Das von uns geplante Schuljahr 2028/2029 ist schon ein ambitioniertes Ziel für ein landesweites Rollout. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU – Martin Habersaat [SPD]: Nein, ist es nicht!) Ich frage Sie: Wie sollen wir Fachkräfte aus knapp 400 Grundschulen und über 1.800 Kitas in Schleswig-Holstein in einem Dreivierteljahr vorbereiten und schulen, um EVi rechtssicher, standardisiert und mit hoher Qualität durchführen zu können? (Zurufe) Die Einführung überstürzt voranzutreiben, würde zu einer Überforderung des Systems führen. Wir (Catharina Johanna Nies) wissen: Wenn die Fachkräfte belastet sind, dann wirkt sich das auf die Kinder aus. Wir brauchen die notwendige Zeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Ich lade Sie ein – alle Fraktionen –, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten. – Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

Protokoll ↗