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Dagmar Hildebrand

CDU 19.11.2025 Sitzungen 20/102

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! „Der Geschmack von Abenteuer und Freiheit“, so bewirbt ein bekannter Hersteller seine Zigaretten. Abenteuerlich sind dabei allein die massiven gesundheitlichen Folgen. Und Freiheit genießt der unfreiwillige Sitznachbar, welcher durch das Passivrauchen wahrscheinlich (Dagmar Hildebrand) dieselben Folgen befürchten muss, ob er nun will oder nicht, definitiv nicht. Rauchen schadet der Gesundheit. Das ist bereits seit vielen Jahren klar. Wenn man aber einen Blick in die Vergangenheit wirft, dann sieht man ganz klar, dass über viele Jahre vieles verzögert wurde, um das Ganze einzudämmen. Seit den 1950er-Jahren ist bekannt, dass Rauchen das Lungenkrebsrisiko erhöht. Jedoch erst 1975 wurde Zigarettenwerbung aus dem Radio und aus dem Fernsehen verbannt. In den Bundesländern herrscht seit 2008 Rauchverbot in Gaststätten. Diese Zögerlichkeit darf uns bei den sogenannten Vapes und bei den E‑Zigaretten nicht wieder vorkommen. (Beifall CDU) Dementsprechend diskutieren wir hier heute über eine Ausweitung des Rauchverbotes für die E‑Zigaretten und die sogenannten Vapes. Denn wir müssen davon ausgehen, dass der Dampf von elektronischen Zigaretten oder den Vaporizern als potenziell gesundheitsschädlich zu bewerten ist. Kurz zur Unterscheidung: Es gibt sogenannte E‑Zigaretten, die mit Liquids, mit Flüssigkeiten, konsumiert werden, und es gibt die Vaporizer. Das sind Einwegprodukte, die ein trockenes Material verdampfen. Unter Experten und Expertinnen gelten E‑Zigaretten und Vapes als Einstiegsdroge. Ihr Konsum erhöht die Wahrscheinlichkeit, später Tabak zu konsumieren, um etwa das Dreifache, so das Krebsforschungszentrum des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf. Wenn wir das Vapen und das Konsumieren von E‑Zigaretten weiter durchgehen lassen, schaffen wir eine Möglichkeit, das Rauchverbot zu umgehen und damit den Paradigmenwechsel hin zum Nichtrauchen zu unterlaufen. Genau das wollen wir nicht. Expertinnen und Experten und auch das Aktionsbündnis Nichtrauchen fordern verschiedene Möglichkeiten, mit denen man schneller das Konsumieren von E‑Zigaretten verhindern kann. Dazu gehören unter anderem das Verbot des Einmischens von Aromastoffen, zum Beispiel die Erhöhung der Preise oder dass die Verpackungen möglichst nüchtern und unscheinbar wirken. Denn die bunten und knalligen Farben machen gerade bei jungen Verbrauchern Lust auf den Kauf dieser Produkte. (Unruhe SPD) – Wollen Sie sonst draußen weitersprechen? – Das ist sehr störend. – Vielen Dank. Wenn wir uns einmal die Verpackungen ansehen, gerade bei den sogenannten Vapes, diesen Einwegprodukten, so sehen wir: Diese sind sehr knallig, sehr bunt und sehr hip. Diese Dinge kommen fast spielzeugähnlich daher. Auch die süßen und fruchtigen Geschmacksrichtungen sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche diese Produkte gerne konsumieren. Die WHO tagt seit Montag dieser Woche in Genf und diskutiert mit ihren 183 Vertragsstaaten Möglichkeiten zur Einschränkung dieser Produkte. Auch vor folgendem Hintergrund ist die Ausweitung des Rauchverbotes von besonderer Wichtigkeit: Studien zeigen, dass gerade schulpflichtige Kinder im Alter zwischen 13 und 15 Jahren besonders anfällig für diese Produkte sind. Wir verlieren gerade unsere Jugend wieder an die Nikotinabhängigkeit. Da waren wir schon einmal besser. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aus diesem Grund werben wir dafür, einen Zusatz in unser Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens aufzunehmen. Wir sind da in die richtige Richtung unterwegs. Ich werbe für diesen Gesetzentwurf und freue mich, dass wir im Ausschuss darüber weiter sprechen können. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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