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Beate Raudies

SPD 17.10.2025 Sitzungen 20/101

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Was ist eigentlich ein Masterplan? Ein Masterplan – das klingt nach Weitsicht, nach Strategie, nach einem klaren Fahrplan für die Zukunft! Ein Masterplan ist ein umfassendes, langfristiges Konzept, das Ziele, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten festlegt. Er soll Synergien schaffen, Konflikte vermeiden und vor allem: handfeste Lösungen für komplexe Herausforderungen liefern. Genau das vermisse ich bei diesem Plan schmerzlich! Denn was zeichnet einen echten Masterplan aus? Erstens: klare, messbare Ziele. Zweitens: eine ganzheitliche Betrachtung aller Akteur_innen. Drittens: konkrete Maßnahmen, Zeitpläne, Finanzierung. und viertens: den Mut, Verantwortung zu übernehmen. All das sucht man in diesem Masterplan vergeblich. Ja, die Autor_innen beschreiben durchaus treffend, welche Herausforderungen die Digitalisierung für unsere Kultureinrichtungen mit sich bringt. Sie haben die Probleme erkannt – aber damit endet ihre Fleißarbeit auch schon. Denn als Lösung für diese Probleme bleibt eine einzige Idee: eine Plattform – kultursphäre.sh. Hurra! Eine digitale Plattform, auf der sich Kultureinrichtungen vernetzen, Erfahrungen austauschen und vielleicht sogar gemeinsam Software bestellen können. Mehr nicht. Das soll ein Masterplan sein? Das ist die Antwort auf die existenzielle Digitalisierungslücke in unseren Theatern, Museen, Archiven und Bibliotheken? Das ist kein Masterplan – das ist ein digitales Placebo. Die Pandemie hat uns allen gezeigt: Ein Opernabend, ein Rockkonzert, ein Ballettabend im Stream, auch ein virtueller Museumsrundgang sind möglich, aber sie ersetzen keine ganzheitlichen WP) – 101. Sitzung (neu) – Freitag, 17. Oktober 2025 Kulturerlebnisse. Kultur lebt auch vom Hören, Riechen, Fühlen, vom gemeinsamen Erleben. Das heißt nicht, dass wir die Digitalisierung ignorieren dürfen. Im Gegenteil: Bei der Verwaltung, der Organisation, der Archivierung, der Vermittlung gibt es riesige Chancen – wenn man sie denn nutzt. Doch was bietet dieser Masterplan? Nichts als leere Versprechungen. Statt mutiger Investitionen, statt verbindlicher Finanzzusage, statt einer echten Strategie mit Biss gibt es eine Plattform. Eine Plattform! Und das in einem Land, das schon heute bei der Kulturfinanzierung bundesweit das Schlusslicht bildet. Typisch Schwarz-Grün: Wenn der Regierung nichts mehr einfällt, dann wird ein Arbeitskreis gegründet, ein Modellprojekt gestartet oder eine Strategie beschrieben. Doch was fehlt? Das Geld! Ohne Moos nichts los – das gilt auch in der Kultur! Ohne echte Finanzierung, ohne verbindliche Zusagen, ohne den politischen Willen, Kultur nicht nur als Staatsziel zu definieren, sondern auch zu finanzieren, ist dieser Masterplan nicht mehr wert als das Papier, auf dem er gedruckt ist. Wenn Sie so weitermachen wie bisher, dann zerstören Sie die kulturelle Landschaft in SchleswigHolstein. Dann helfen auch keine digitalen Plattformen, keine Masterpläne 2.0, keine noch so schönen Worte. Dann bleibt am Ende nur noch eine Frage: Wer trägt die Verantwortung, wenn unsere Kultureinrichtungen – das Herzstück unserer Gesellschaft – den Anschluss verlieren? Dieser Masterplan ist kein Plan. Er ist ein Alibidokument. Und er zeigt einmal mehr: Diese Landesregierung hat für die Kultur keine Vision – schon gar keinen Willen, sie auch finanziell zu stärken. Schade!

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