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Martin Habersaat

SPD 17.10.2025 Sitzungen 20/101

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Eigentlich mag ich es, wenn wir uns hier über die heutige Situation und über Wege ins Morgen unterhalten, aber vielleicht macht es ja Sinn, eine ganz kurze Schleife in die Vergangenheit zu drehen. Herr Kalinka, die 60er-Jahre sollte man in der Bildungspolitik nur als abschreckendes Beispiel benennen. In den 60er-Jahren hatten wir die sogenannte Bildungskatastrophe: Mädchen waren an den weiterführenden Schulen stark unterrepräsentiert, haben deutlich seltener Abitur gemacht als WP) – 101. Sitzung (neu) – Freitag, 17. Oktober 2025 Jungen; die Landbevölkerung war deutlich unterpräsentiert; fünf Prozent Arbeiterkinder an den Universitäten – das war die Situation in den 60er-Jahren. Theoretisch gab es diese Möglichkeiten, von denen Sie sprechen, praktisch hat das nicht stattgefunden, und Gott sei Dank ist das lange vorbei. (Beifall SPD, FDP und SSW) Nicht ganz so lange vorbei ist das Jahr 2017. Ich räume gerne ein, Herrn Balasus: 2017 war die Unterrichtsversorgung schlechter als heute. (Zuruf Martin Balasus [CDU]) Aber wissen Sie was, Herr Balasus? – 2012, als wir wiederum von Ihnen die Regierung übernommen hatten, war die Unterrichtsversorgung schlechter als 2017. (Zuruf Martin Balasus [CDU]) Auch das ist schon lange her, und ich finde, wir sollten nach vorne gucken. Eine Sache noch, weil sich da ein Missverständnis eingeschlichen hat: Auch bei einer Unterrichtsversorgung von unter 100 Prozent ist es durchaus möglich, die Stundentafel insgesamt abzudecken. Das heißt nicht automatisch, dass dann die Stundentafel nicht abgedeckt werden kann. Das heißt aber, dass die Schulen gezwungen sind, große Klassen einzurichten, Doppelsteckungen wegzunehmen, Reserven rechts und links einzudampfen, um sie in die Stundentafel zu stecken. Genau dazu zwingen Sie die Schulen jetzt wieder, indem Sie die Unterrichtsversorgung reduzieren. Da sind wir beim Heute angekommen. Sie haben sich jetzt etwas Neues einfallen lassen – das hätten wir uns nie getraut –: Sie senken die Zahl der zu unterrichtenden Stunden und sagen: „Liebe Schulen, ihr müsst weniger unterrichten, wir können euch keine Lehrkräfte mehr geben.“ (Beifall SPD und FDP) Das hat es in der Vergangenheit nicht gegeben, weder unter einer CDU- noch unter einer SPD-geführten Landesregierung, erst jetzt bei Herrn Günther. Ich lasse es Ihnen einfach nicht durchgehen, dass Sie im Landtagswahlkampf den Menschen eine Unterrichtsgarantie versprechen, dann den Unterrichtsausfall um 26 Prozent steigern und sich hier hinstellen und sagen: Alles ist tutti, alles ist wunderbar, rosarote Welt in Schleswig-Holstein. – Das stimmt einfach nicht! (Beifall SPD, FDP und SSW) (Martin Habersaat) Und weil wir Ihnen das nicht durchgehen lassen wollen, meine Damen und Herren, beantragen wir für unseren Punkt eine namentliche Abstimmung. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und SSW)

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