Andreas Hein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Lage von Schleswig-Holstein zwischen den Meeren mit seinen Häfen, mit seinen erneuerbaren Energien, mit seiner Fläche, mit der Industrie ist einfach einzigartig. Genau deshalb bietet es sich hier an. Was bietet sich hier an? Es bietet sich an, dass wir hier Cluster schaffen, dass wir Regionen schaffen, die – die EU hat es so genannt – Net Zero Valleys sind. Was sind Net Zero Valleys? Net Zero Valleys sind geografische Gebiete, die klimaneutral wirtschaften, produzieren und in denen wir leben sollen. Also das, was wir schon längst immer mit Schleswig-Holstein beschreiben: Wir wollen klimaneutrales Industrieland werden. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Andreas Hein) Zur Ehrlichkeit gehört, darauf hinzuweisen, dass wir das schon längst machen. Sie wissen ganz genau, dass wir das Land der erneuerbaren Energien sind. Gemessen am Verbrauch sind wir rein rechnerisch ungefähr bei der doppelten Produktion; ich weiß, dass der Strombedarf, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, anders gedeckt werden muss. Das verbindende Element – daher kommen die Net Zero Valleys – ist Wasserstoff. Ich spreche schon sehr lange über das Thema Wasserstoff. Ich weiß, dass die Projekte ein bisschen ins Haken gekommen sind; das hat verschiedene Gründe, zuletzt das Einknicken der Treibhausminderungsquote nach dem China-Skandal, dem sogenannten Zertifikate-Betrug. Das hat zu einem Einbruch geführt. Jetzt kommen Projekte wieder in die Wirtschaftlichkeit, und wir werden jetzt hoffentlich erleben, nachdem hoffentlich Anfang des Jahres die RED III ins deutsche Recht überführt wird, dass die Projekte endlich starten. Allein durch die Beimischung von klimaneutralem Kraftstoff, was in der RED III verankert wird, haben wir riesengroße Chancen. Wir wollen erneuerbare Energien, wir wollen diese Cluster bilden. Wir wollen sie vor allen Dingen bei uns in Schleswig-Holstein bilden, naturgegeben, weil wir das Land der Energiewende sind. Deswegen hat sich schon längst, schon im Jahr 2023, das Clean Energy Valley gebildet. Das sind die Wirtschaftsagenturen – wenn ich das so bezeichnen darf – aus der Region Heide, aus Rendsburg-Eckernförde, aus Neumünster und aus der Kiel-Region. Die haben sich zusammengeschlossen, haben ein Konzeptpapier erstellt und darin eine strategische Stelle bei sich und an der Fachhochschule Westküste bis 2027 verankert, um dies koordiniert voranzubringen. Sie haben ein Netzwerk geschaffen mit den Landesministerien, der Landeskoordinierungsstelle, den Forschungseinrichtungen wie DLR, Fraunhofer oder Hereon, den Hochschulen, den Netzbetreibern, den Stadtwerken, den IHK, der Gasunie, der OGE, den regionalen Kooperationen, ausgewählten Kreisen, Gemeinden, Ämtern und so weiter. Das Ganze vernetzt mit der BNA, mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, mit dem GTAI und den anderen, die sich in Deutschland auf den Weg gemacht haben, zum Beispiel dem Rheinischen Revier oder der Region Lausitz. Was soll passieren? – Vor allen Dingen das Thema Flächenwirtschaft, Flächenentwicklung. Herr Dr. Buchholz, Sie waren ja lange genug Wirtschaftsminister, warum haben Sie das in Ihrer Zeit nicht gemacht? Das hat mich ein bisschen überrascht. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe FDP) Wir wählen da den deutlich liberaleren Ansatz, wir wollen die Wirtschaft nutzen, wir wollen das anders regeln, wie, das erkläre ich Ihnen gleich. – Herr Dr. Buchholz, ich finde es gut, wenn Sie mir eine Zwischenfrage stellen, das verlängert meine Redezeit.
