Sandra Redmann
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich versuche, das jetzt kurz etwas einfacher zu erklären. Vorwegnehmend möchte ich sagen, dass wir dem Antrag von Schwarz-Grün zustimmen. Dann haben wir den Punkt schon einmal geklärt. (Vereinzelter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aber: Ein bisschen Déja-vu-Gefühl darf schon sein, denn, liebe Kolleginnen und Kollegen, das, was Sie heute präsentieren – meine geschätzte Kollegin Rixa Kleinschmit hat schon darauf hingewiesen –, hatten wir, nämlich SPD, Grüne und SSW, schon 2013 auf dem Tisch. (Beifall SSW) Damals hieß unser Antrag: „Strategie für mehr heimische Eiweißpflanzen entwickeln!“. Wenn man die Begründung von damals liest, denkt man fast, Sie hätten einfach in unserem alten Antrag nachgeschlagen, wogegen selbstverständlich überhaupt nichts spricht: Biodiversität, weniger Sojaimporte, weniger synthetischer Dünger – alles da. So kann man es auch auf den Punkt bringen; bis auf den Bereich der gentechnisch veränderten Sojaprodukte. Das sei der Ordnung halber erwähnt. Ich sage es einmal so: Neu ist das nur für die, die damals nicht zugehört haben oder noch nicht dabei waren. Aber Sie beziehen sich nun auch auf die Bundesstrategie, und das ist natürlich völlig okay. Der letzte Satz unseres damaligen Antrags könnte auch unter Ihrem stehen, und mit Erlaubnis der Präsidentin zitiere ich: „Die Vorteile eines vielfältigen Eiweißpflanzenanbaus in Schleswig-Holstein liegen auf der Hand: Er trägt zu einem nachhaltigen Ackerbau in der Landwirtschaft bei, fördert die Biodiversität in der Kulturlandschaft und ersetzt importierte Eiweißfuttermittel.“ Klingt sehr gut, das fanden wir auch. Nur die CDU war 2013 nicht ganz so begeistert. Nun, zwölf Jahre später, hat sich das geändert, und das freut uns natürlich. Zwölf Jahre ist keine so lange Zeit. Wer sich noch erinnert: Herr Kumbartzky von der FDP meinte damals, man solle lieber von einer Eigelbstrategie sprechen, das passe farblich besser zur FDP. Das war ein Moment großer politischer Poesie. Liebe Kolleginnen und Kollegen, was mich allerdings ein wenig wundert, ist, warum Sie diesen Antrag ausgerechnet jetzt stellen, denn das Landwirtschaftsministerium arbeitet unter anderem mit dem Klimakompetenzzentrum doch jetzt genau an diesen Punkten weiter. Wenn man sich die Veröffentlichungen des Ministeriums anguckt, dann kann man das auch alles finden. Ich gucke mir die an. Das finden wir auch richtig. Im Grunde legen die Koalitionsfraktionen einen Antrag vor, der von der Regierung eigentlich schon bearbeitet wird – sozusagen politische Selbstbestätigung als Arbeitsprinzip, und das ist nicht das erste Mal. Es wäre schön, wenn von den Regierungsfraktionen in dem Bereich einmal etwas kommt, das nicht schon im Archiv liegt oder schon vom Ministerium bearbeitet wird. (Beifall SPD, FDP und SSW) Inhaltlich möchte ich aber natürlich ausdrücklich sagen, dass wir damit einverstanden sind. Das ist (Sandra Redmann) ökologisch klug und ökonomisch sinnvoll. – Vielen Dank. (Beifall SPD und FDP)
