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Rixa Kleinschmit

CDU 15.10.2025 Sitzungen 20/99

Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen heute über Eiweißpflanzen reden. Aber was ist das überhaupt, und warum ist das Thema so wichtig? Die Eiweißpflanzenstrategie des Bundes wurde bereits im Jahr 2013 initiiert und wird immer wieder überarbeitet. Ihr Ziel ist klar: den Anbau heimischer Eiweißpflanzen, insbesondere von Leguminosen, zu fördern. Diese Pflanzen sind nicht nur eiweißreich, sie besitzen auch die besondere Fähigkeit, mithilfe von Bodenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden zu speichern. Das verbessert die Nährstoffversorgung, schont die Böden und reduziert den Düngebedarf. Klingt abstrakt, bedeutet für die Praxis jedoch, dass wir gute Gründe haben, den Anbau von heimischen Erbsen, Ackerbohnen und Kleegras auszubauen und überdies noch einen Beitrag zu leisten, unabhängig vom Weltmarkt zu werden und damit unsere Ernährungssicherheit zu stärken. (Beifall CDU und Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Denn unsere Ernährungssicherheit ist eine der zentralen Zukunftsfragen. Nur wenn wir einen relevanten Teil unserer Lebens- und Futtermittel im eigenen Land erzeugen, bleiben wir handlungsfähig und widerstandsfähig gegenüber globalen Krisen. Denn Eiweißpflanzen sind für Mensch und Tier eine unverzichtbare Nährstoffquelle, und ihre Bedeutung nimmt weiterhin zu. Nicht zu den Leguminosen gehörend, aber für Schleswig-Holstein besonders wichtig ist natürlich auch der Raps. Mit einem Eiweißgehalt von rund 35 Prozent im Pressrückstand nach der Ölgewinnung ist er eine wertvolle Komponente in der Fütterung und ein fester Bestandteil in unserer Fruchtfolge. Daher müssen wir den Raps immer mitdenken. Der Hintergrund, weshalb wir heute überhaupt über dieses Thema sprechen, ist die sogenannte Eiweißlücke: Zurzeit werden nur rund 30 Prozent des Eiweißbedarfs mit heimischer Ware gedeckt; rund 70 Prozent werden importiert, überwiegend Soja aus Brasilien und den USA, oft als Sojaschrot, der Reststoff aus der Ölproduktion, aber auch oft als ganze Bohne. Wir alle wissen, wie schnell uns solche Abhängigkeiten in Schwierigkeiten bringen können. Deshalb ist es unser Ziel, die heimische Eiweißproduktion zu stärken und uns somit unabhängiger zu machen. (Beifall CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Beifall Dr. Michael Schunck [SSW] – Zuruf Sandra Redmann [SPD]) Ein zentraler Baustein für die Verarbeitung heimischer Eiweißpflanzen ist die Verarbeitung zu hochwertigem Tierfutter. Indem wir Ackerbohnen, Leguminosen und Kleegras noch stärker in der regionalen Futterverwertung einsetzen, können wir auf Importe von Soja- und Eiweißfuttermitteln deutlich verzichten. Das spart lange Transportwege, senkt CO -Emissionen und schafft zusätzliche 2 Wertschöpfung direkt hier in der Region. Vor dem Hintergrund kann Schleswig-Holstein mit seiner leistungsfähigen Landwirtschaft und modernen Mischfutterindustrie eine Vorreiterrolle einnehmen. Schleswig-Holstein bringt dafür die besten Voraussetzungen mit: fruchtbare Böden, engagierte Landwirtinnen und Landwirte sowie starke Partner in Beratung und Forschung. Es gibt bereits viele Initiativen im Land: vom EIPProjekt Heimische Eiweißpflanzen über Feldversuche der Landwirtschaftskammer bis hin zur Forschung an CAU und FH Kiel. Wir müssen das Rad also nicht wieder neu erfinden, sondern vorhandene Strukturen besser vernetzen und Innovationen gezielt unterstützen. Wir setzen uns dafür ein, dass die guten Ansätze zusammengeführt und in die Praxis getragen werden. Denn es wird viel geforscht und ausprobiert, aber nicht alles kommt dort an, wohin es soll: auf die Betriebe in unserem Land. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich der Anbau von Eiweißpflanzen betriebswirtschaftlich lohnt. Dafür braucht es weiterhin verlässliche Förderung, praxistaugliche Beratung und faire Vermarktungschancen. Daher muss unser Credo lauten: Wir brauchen keine neue Strategie, sondern mehr Mut zur Umsetzung. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn wir die bestehenden Programme stärken, den Wissenstransfer verbessern, die Wertschöpfungskette im Land ausbauen, dann wächst die Eiweißproduktion aus eigener Kraft. (Rixa Kleinschmit) (Beifall Martin Balasus [CDU] und Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Das ist gute CDU-Politik. Wir schaffen keine zusätzlichen bürokratischen Strukturen, sondern setzen auf Eigenverantwortung, Innovation und Verlässlichkeit. Wenn wir die heimische Eiweißproduktion stärken, machen wir unsere Landwirtschaft unabhängiger, wirtschaftlich stabiler und zukunftsfähiger. (Dr. Heiner Garg [FDP]: Eiweißpflanzen sollen selber entscheiden, wo sie wachsen möchten!) Das ist ein Gewinn für die Landwirtinnen und Landwirte, für den Klimaschutz und für die regionale Wertschöpfung. (Beifall CDU und Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

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