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Malte Krüger

GRÜNE 25.09.2025 Sitzungen 20/97

Sehr geehrter Herr Präsident! Ja, es fühlt sich hier gerade ein bisschen wie Sesamstraße an, aber das (Malte Krüger) ist okay. Es sind verrückte Zeiten, in denen wir leben. Bernd das Brot ist, wie ich gelernt habe, inzwischen international bekannt, und KERMIT soll nach Schleswig-Holstein kommen. Da eine Rede zu halten, ist aufregend. Deswegen kann ich die Aufregung im Raum ein wenig verstehen. Also, worum geht es überhaupt? – Es geht um Lernstandserhebungen, die uns allen sehr, sehr wichtig sind. Das habe ich jetzt schon einmal festgestellt. Alle Fraktionen sagen eigentlich: „Lernstandserhebungen sind der richtige Weg“; das sehen wir Grüne genauso. Warum ist das so? – Na ja, Deutschland ist in den letzten Jahren nicht dadurch aufgefallen, dass wir im Bildungsbereich bei den ganzen Studien enorm gut abgeschlossen haben. Deswegen fragt sich natürlich die ganze Republik, wie wir das verbessern können. Ich fand eine Kleine Anfrage von Birgit Stöver – eine Kollegin aus Hamburg; ich weiß nicht, ob sie bei der CDU-Fraktion bekannt ist –, die sie in Hamburg gestellt hat. Darauf gab es eine Antwort, die ich sehr interessant fand, weil sie sehr tiefgehend Einblicke gibt, was eigentlich alles wirkt, um Maßnahmen zu schaffen, die dagegen helfen. Ich zitiere: „Hinter diesen Entwicklungen stehen weitreichende und finanzwirksame Reformen: Dazu gehören insbesondere die beitragsfreie Grundbetreuung in den Kitas, der Ausbau der Ganztagsangebote, die gezielte Förderung benachteiligter und lernschwacher Kinder und Jugendlicher beispielsweise durch die Inklusion, die zusätzliche Sprachförderung, die kostenlose Nachhilfe, gezielte Programme zur Verbesserung der Kernkompetenzen sowie eine allgemeine Qualitätsentwicklung des gesamten Schulsystems durch regelmäßige Schulinspektionen, regelmäßige Lernstandserhebungen wie ‚Kompetenzen ermitteln‘ (KERMIT) oder regelmäßige Statusgespräche der Schulaufsichten mit allen Schulleitungsteams.“ Das sind quasi die Maßnahmen, die in Hamburg unter anderem identifiziert wurden, um eben zu erklären, warum insbesondere Hamburg bei vielen dieser Studien inzwischen so gut abschneidet. In Schleswig-Holstein gucken wir natürlich auch auf diese Entwicklung, und vieles von dem, was ich gerade vorgetragen habe, machen wir in irgendeiner Form in Schleswig-Holstein. Das müssen wir einmal festhalten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Vereinzelter Beifall CDU) Wir haben in Schleswig-Holstein verschiedene Programme. Das haben beide Vorredner schon thematisiert. Wir haben die Lernausgangslagenuntersuchung, LeA.SH, und wir haben die Vergleichsarbeiten VERA. Uns, CDU und Grünen, und – ich glaube – auch den anderen Fraktionen ist sehr, sehr wichtig, dass wir den Entwicklungsfokus Viereinhalb, EVi, bei dem wir uns sehr stark an Hamburg orientieren, weiter verfolgen und in Schleswig-Holstein flächendeckend ausrollen. Das Problem ist – der Kollege Martin Balasus hat es gerade aufgezeigt –, dass viele dieser Programme – LeA.SH und VERA – sehr parallel zu KERMIT laufen würden. Es kann aber nicht in unserem Interesse sein, dass wir jetzt, obwohl LeA.SH gerade gestartet ist, die Schulen mit einem weiteren neuen Programm überfordern. Das ist quasi die Sorge, die im Raum steht. Deswegen sind wir der Meinung, dass wir eher LeA.SH weiterentwickeln und gucken müssen, dass viele der Sachen in LeA.SH eingebunden werden. Wie wollen wir LeA.SH weiterentwickeln? – Wir wollen dort die sozial-emotionale Entwicklung berücksichtigt wissen. Wir wollen das auf die zweite Klassenstufe ausweiten. Wir wollen das vor allem auch mit KMK-Programmen verbinden. Das ist auch total logisch, denn wir sehen bundesweit, dass sehr unterschiedlich reagiert wird. Dass die KMK viel stärker Vorgaben macht, halte ich für richtig, und daran so ein Programm zu orientieren, halte ich für den absolut richtigen Weg. Trotzdem möchte ich noch etwas sagen, was ich bei KERMIT sehr interessant fand und was auch Anne Riecke angesprochen hat: Dabei wird in den Mittelpunkt gestellt, dass es erstens allein der kooperativen Unterrichts- und Schulentwicklung dient und zweitens nicht dafür genutzt werden soll, Rechenschaft oder die Sanktionierung von Schülerinnen und Schülern einzufordern. Das finde ich, ehrlicherweise, einen sehr modernen Ansatz in einem solchen Programm, und das wird sicherlich auch in den Programmen in Schleswig-Holstein berücksichtigt. Dennoch fand ich es interessant, dass es bei KERMIT noch einmal vorne angestellt wird. Das ist auch wichtig, weil uns Grünen bei dieser ganzen Diskussion um die Lernstandserhebung wiederum wichtig ist, dass wir zwar erheben, aber danach auch immer eine Möglichkeit zur Förderung besteht. Darum geht es ja. Die Förderung ist das Wichtige. Außerdem soll durch eine solche Lern- (Malte Krüger) standserhebung nie irgendeine Art Schubladendenken getriggert werden. Es geht wirklich darum, dass wir die Kompetenzen weiterentwickeln, die vielleicht an der einen oder anderen Stelle fehlen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)

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