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Beate Raudies

SPD 25.09.2025 Sitzungen 20/97

Also das interessiert mich jetzt total!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch wir in Schleswig-Holstein sind davon überzeugt, dass es absolut sinnvoll ist, Lernstände zu erheben. Weil das so ist, wurden bei uns gerade zu Schuljahresbeginn, also vor zwei Wochen, die Lernstandserhebungen LeA.SH 1 und LeA.SH 5 eingeführt. Beide Lernstandserhebungen fokussieren auf die Übergänge. Das ist zum einen der vom Kindergarten in die Grundschule und zum anderen der von der Grundschule an die weiterführende Schule. Warum gerade dort? – Weil hier Lerngruppen mit völlig verschiedenen Vorgeschichten neu zusammengewürfelt werden und die Lehrkraft, die ihre Schülerinnen und Schüler natürlich noch nicht intensiv kennt – das ist ganz klar –, direkt eine individuelle Rückmeldung über die Stärken und Schwächen der Einzelnen erhält und in der Folge den Unterricht treffsicher danach ausgestalten kann. Auf Basis der Daten einer Lernstandserhebung ist es die Aufgabe der Lehrkraft, passgenaue Förderund Forderangebote zu unterbreiten. Ich nenne bewusst auch Fordermaßnahmen, denn es geht nicht nur darum, Lernlücken zu schließen, sondern es geht auch darum, besondere Begabungen zu entfalten oder zur Entfaltung zu bringen. Bei uns in Schleswig-Holstein stellt das Land zusätzliches Lernmaterial parat und schult Lehrkräfte durch Fortbildung. Seit Juni läuft zum Beispiel eine Fortbildungsreihe am IQSH, unserem Institut für Lehrkräftebildung. Aber diese Form der standardisierten Diagnostik ist neu – es ging ja gerade erst vor zwei Wochen los –, und damit muss man erst einmal Erfahrung sammeln. Schließlich wird hier der Unterricht sehr stark von der Einzelperson, vom Individuum und weniger von der Gruppe aus gedacht, was bestimmt noch nicht überall im Land gelebte Praxis ist. Im schulischen Alltag gehört das Einschätzen von Lernständen zum festen Handwerkszeug einer Lehrkraft. Standardisierte diagnostische Verfahren wie LeA.SH unterstützen diesen Prozess und sollen für eine gleichbleibende und im Idealfall auch steigende Qualität an unseren Schulen sorgen. In dieses Lehrverfahren vertrauen nicht nur wir in Schleswig-Holstein, sondern übrigens auch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Berlin. Neben LeA.SH werden bei uns – das klang eben schon an – verbindlich VERA 3 und VERA 8 durchgeführt. Das sind Vergleichsarbeiten in der 3. und 8. Klasse, die die Unterrichtsentwicklung verbessern sollen. Bei uns im Norden sind wir bereits ganz gut aufgestellt, wobei eine schrittweise Ausweitung der Lernstandserhebung auf weitere Jahrgangsstufen überlegenswert ist. Jetzt sind es die Jahrgangstufen 1 und 5. Warum nicht im nächsten Step – so steht es auch in unserem Antrag – LeA für die zweite Jahrgangsstufe ins Leben rufen? Aber für dieses Schuljahr gilt: Der eingeschlagene Weg mit 1 und 5 ist genau der richtige. Wir wollen die Lehrkräfte ja erst einmal mitnehmen und sie auch nicht überfordern. Das gerade eingeführte und vorbereitete System wieder über Bord zu werfen, wie das die Opposition vorschlägt, und es durch ein völlig anderes, noch umfangreicheres zu ersetzen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt eine Verschlimmbesserung. Das würde für Ablehnung, für Überforderung und für Unsicherheit an unseren Schulen sorgen, und eben das wollen wir nicht. (Beifall CDU) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wollen zwar kein Frosch sein, (Zuruf: Oh!) aber KERMIT – das soll übrigens für „Kompetenzen ermitteln“ stehen – wird bei uns nicht einmal eben so dazwischenhüpfen. ELMO ist doch – ich sagte es vorhin – viel sympathischer. ELMO steht für „erstmal lesen und Mathe ordentlich lernen“. – Vielen Dank. (Beifall CDU – Dr. Heiner Garg [FDP]: ELMO ist gut!) – Nicht immer nur politisch denken. (Dr. Heiner Garg [FDP]: ELMO ist gut!)

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