Martin Habersaat
Vielen Dank. – Frau Ministerin. Ich sagte ja, dass es mehr Studierende als 2012 gibt. Kein Thema. Aber Sie nehmen auch zur Kenntnis, dass die Zahl der Studienanfänger_innen ziemlich deutlich zurückgegangen ist, und das besorgt Sie auch? – Das nehme ich auch zur Kenntnis, und das besorgt mich auch. Ich nehme das zur Kenntnis und gehe gleich noch darauf ein. Gleichwohl müssen wir sichtbare Erfolge benennen und feststellen dürfen. Auch die Gesamtzahl der Studienabsolvent_innen im Lehramt ist von 640 in 2020 auf 911 in 2023 kontinuierlich gestiegen. Das ist folgelogisch. Al- (Ministerin Dr. Dorit Stenke) lerdings wir das natürlich nicht so bleiben, wenn die Studierendenzahlen jetzt sinken. Ich konstatiere an dieser Stelle auch: Die Abbrüche sind zu hoch. Sie sind mir zu hoch, weil sie Biografien produzieren, die wir alle nicht sehen wollen. Das ist überhaupt keine Frage. Trotzdem ist es richtig, dass die Abbrüche in den Lehramtsstudiengängen deutlich niedriger als in allen anderen Studiengängen sind, die wir sehen. Das müssen wir auch sagen, wenn wir um Lehrkräfte werben wollen, weil das nämlich kein Studium ist, in dem man alleinegelassen wird. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Weil das noch nicht genug ist, hat die Allianz jetzt zahlreiche Maßnahmen nicht geplant und nicht ins Auge gefasst, sondern sie hat sie umgesetzt und auf den Weg gebracht. An der EUF und an der CAU unterstützen wir die Lehramtsstudierenden mit vielen zusätzlichen Angeboten. Es gibt eine zusätzliche Erstsemesterberatung. Es gibt eine Studienverlaufsberatung. Vor allem gibt es Mathevorkurse und andere Kurse, um sozusagen dieses Gap zwischen „Ich bin nur Lehramtsstudent“, und „Ich absolviere ein vollwertiges Mathematikstudium“ zu schließen. Das sind Maßnahmen, die auf den Weg gebracht und umgesetzt wurden. Diese Maßnahmen werden evaluiert, allerdings nicht im Fünfminutentakt. Bei Studienverläufen braucht man einfach Zeit, um Effekte zu sehen. Man sieht sie eben nicht in einem halben Jahr. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bemerkenswert ist außerdem, dass im Anschluss an den Vorbereitungsdienst die große Mehrheit an unseren Schulen bei uns im Land bleibt. Im aktuellen Jahrgang waren es 92 Prozent. Das ist eine Botschaft, die wir senden müssen, und nicht, dass alle abwandern. (Lebhafter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Mich persönlich freut das sehr, denn es macht deutlich, dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind. So gelingt es uns, mehr Menschen für den Beruf als Lehrkraft zu begeistern. Deswegen machen wir auch gezielt Werbung für das Lehramt auf der Homepage gemeinsam mit der Allianz, aber auch auf unserer Homepage. Die Allianz – ich möchte das noch einmal betonen – ist ein bundesweit einzigartiges Expertengremium. Wir werden mittlerweile von anderen Ländern kopiert, und wir entwickeln gemeinsam mit allen Hochschulen Maßnahmen, um die Qualität der Lehrkräftebildung in Schleswig-Holstein weiter zu verbessern. Eine solche koordinierte Vorgehensweise gibt es nur in der Allianz; sie hat Modellcharakter. Wir sprechen neue Zielgruppen mit Quereinstiegsund dualen Masterstudiengängen und mit Qualifizierungsprogrammen für ausländische Lehrkräfte an. Außerdem schaffen wir ab, was nicht mehr funktioniert, weil es nur kurzfristige Effekte produziert. Das war nämlich der duale Master für die Berufspädagogik. Ihn haben wir beendet, als wir keine Studierenden mehr dafür gefunden haben. Genauso muss es sein, und genauso wird es auch mit den anderen Maßnahmen sein. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Damit gestalten wir den Zugang zum Schuldienst insgesamt flexibler. Wir reagieren auf die Bedarfe der genannten Zielgruppen, und wir setzen finanzielle Anreize mit Anwärtersonderzuschlägen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, um noch einmal auf diejenigen zu gucken, die dann ins System gehen. Zudem sichert uns das neue Vorhaben Abordnung Plus die Bedarfe in allen Regionen des Landes, das zunehmend besser angenommen wird. Mit den Ziel- und Leistungsvereinbarungen – lassen Sie mich abschließend noch ganz kurz darauf eingehen – haben wir gemeinsam Ziele, Maßnahmen und Verantwortungen verabredet, um Forschung und Lehre weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten. Außerdem geben wir damit den Hochschulen Planungssicherheit über die kommenden vier Jahre, weil wir gesagt haben: Es wird hier keine weiteren Konsolidierungsmaßnahmen geben. Damit könnt ihr planen, egal, was passiert. Auch um in finanziell angespannten Zeiten die Leistungsfähigkeit der Hochschulen zu sichern, belassen wir ihnen ihre Rücklagen in voller Höhe und übernehmen die Besoldungs- und Tarifsteigerung des Hochschulpersonals in voller Höhe. Da können Sie sagen: „Ja, das ist doch selbstverständlich“, (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) aber schauen Sie bitte in die anderen Länder. Dann sehen Sie, dass das dort eben nicht der Fall ist. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Ministerin Dr. Dorit Stenke) Es sind also keine finanziellen Nachteile zu erwarten. Das möchte ich Ihnen noch an ein paar Zahlen verdeutlichen.
