Martin Habersaat
Vielen Dank, Herr Kollege Ballasus. – Ich habe zwei Fragen. Erstens: Ist Ihnen bekannt, dass das CHE selbst davon abgeraten hat, diese Statistik zur Grundlage einer künftigen Verteilung zu machen? Zweitens: Wie stehen Sie zu dieser Empfehlung? – Ich weiß, dass die Hochschulfinanzierung über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen und ein Modell entstanden ist, das keiner mehr durchschaut hat. Dann hat man sich darauf geeinigt, dass man zukünftig ein bundesweites Modell als Grundlage nimmt. Das ist das CHE-Modell, und dem haben die Beteiligten in Schleswig-Holstein zugestimmt. Wir gehen ja über das CHE-Modell noch einen großen Schritt hinaus, indem wir beim Bereich der Lehrkräftebildung einen Landesschwerpunkt setzen. Damit stehen gezielt Mittel für die Lehrkräftebildung an den Unis in Flensburg und in Kiel bereit. Alleine das Allianz-Vorhaben ist mit 3,5 Millionen Euro pro Jahr gesichert. Auch der DaZ-Studiengang an der EUF ist ein Beispiel. Ich könnte noch weitere nennen. So verbinden wir in Schleswig-Holstein eine verlässliche Statistik mit einer politischen Schwerpunktsetzung. Das ist moderne Hochschulfinanzierung: nachvollziehbar, planbar und strategisch gesteuert. Wichtiger als alle Debatten über Berechnungsmodelle ist aber, was konkret passiert, um Lehrkräfte zu gewinnen. Da haben wir bereits in vier Handlungsplänen geliefert. Der fünfte wird folgen. Zu den Handlungsplänen gehören viele Maßnahmen, zum Beispiel: Der Quer- und Seiteneinstieg wurde erleichtert. Berufsbegleitende Qualifikationen wurden gestärkt. Die Studieneingangsphase nehmen wir in den Fokus. Gezielte Beratung und Unterstützungsangebote helfen dabei, Studienabbrüche zu reduzieren. Wir verzahnen alle drei Phasen der Lehrkräfteausbildung, was dafür sorgt, dass weniger junge Leute das Studium abbrechen. Es wirkt auch diesem viel zitierten Praxisschock im Referendariat entgegen. Erst im Juni haben wir Handlungsplan Nummer 4 vorgestellt. Hier bestreiten wir weitere neue Wege. So soll ein Direkteinstieg für Bachelorabsolventinnen und ‑absolventen an Grund- und Gemeinschaftsschulen mit pädagogischer Nachqualifizierung möglich werden. Nicht zuletzt gibt es die Werbekampagne „Traumberuf Lehrkraft in Schleswig-Holstein“. Mit digitalen Formaten, Informationsveranstaltungen und Schulaktionen wollen wir noch mehr Abiturientinnen und Abiturienten davon überzeugen, dass Lehrerin oder Lehrer echt ein cooler Beruf ist. Da spreche ich aus Erfahrung. Alle Maßnahmen werden evaluiert, überprüft und fortlaufend angepasst. Systematische Steuerung statt Symbolpolitik lautet hier unsere Devise. Die Fraktionen von FDP, SPD und SSW sprechen zentrale Themen an: Studienabbruch, Controlling, Werbung. Das ist aber doch alles bereits in Umsetzung. Einfach neue Forderungen aufzustellen, ohne die bereits bestehenden Strukturen zu würdigen, hilft uns überhaupt nicht weiter. Wir brauchen Verlässlichkeit und Systematik. Genau die haben wir. Schleswig-Holstein hat einen klaren Kurs, eine koordinierte Strategie und konkrete Maßnahmen. Denn eine zukunftsfeste Lehrerausbildung wollen wir doch alle. Da sind wir genau auf dem richtigen Weg. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
