Niclas Dürbrook
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gibt ja so Momente, da hat man das Gefühl, wir laufen politisch sehenden Auges in ein Problem rein, aber wir tun trotzdem nichts. Ehrlich gesagt: Der Fachkräftemangel im ÖPNV ist exakt das. Ich kann heute schon sagen, wie die Debatten in diesem Landtag in fünf, sechs, sieben Jahren laufen werden, weil wir ja heute schon wissen, wie die Personalentwicklung zu dem Zeitpunkt sein wird. Es gibt auf die Frage, wie wir damit dann eigentlich umgehen, keine Antwort der Koalition. Ich habe wirklich Ihr Konzept gründlich gelesen. (Beifall SPD, FDP und SSW) Der einzige Punkt, den man vielleicht noch nehmen könnte, ist ja der von der Kollegin Waldeck, die gesagt hat: Na ja, wir haben immerhin eine Anregung gemacht, dass man die Führerscheinprüfungen auf Bundesebene vereinfachen könnte. Wenn das der einzige Beitrag ist, wie Sie die Fachkräftelücke in dem Bereich schließen wollen, dann ist das wirklich ein bisschen sehr dürftig. (Beifall SPD und FDP) Mich hat Ihre Argumentation in beiden Beiträgen gerade wirklich daran erinnert: Wenn man etwas nicht will, dann findet man Argumente. Das war die Linie, auf der Sie beide sich gerade bewegt haben. Ich fand, wir wurden nachher in der Haushaltsfrage ein bisschen klarer. Das zeigt sich auch bei dem Umgang mit dem Innovationszentrum. Danke an den Kollegen Buchholz, der das ja noch mal skizziert hat, wie auf einmal ja, dann nein, da will man es vielleicht doch wieder nicht. Das geht am Ende ja nur ums Geld. Da ging es ja nicht um die Frage, ob dieses Zentrum jetzt sinnvoll ist oder ob es nicht sinnvoll ist, sondern es ist nur die Frage: Kriegen wir im Haushalt das Geld dafür zusammengekratzt, ob wir dieses Innovationszentrum in Schleswig-Holstein allein auf den Weg bringen können? Das war der springende Punkt. Das finde ich legitim. Ich finde die Haushaltsfragen total legitim. Ich finde dann allerdings wirklich daneben, wenn man sich hinstellt und so argumentiert wie der Kollege Kilian und in dieser furchtbar und erschreckend konservativen Art dagegen argumentiert, warum das Thema überhaupt nicht wichtig sei. Genau so hätte man damals argumentieren können, warum man bitte bei den Kutschen bleiben will und sich diese Geschichte mit den Autos sowieso nicht durchsetzen wird. (Beifall SPD, FDP und SSW – Lukas Kilian [CDU]: Sie sind so rückwärtsgewandt!) Das war eins zu eins exakt dieselbe Argumentation. Dann stellen Sie sich hin und sagen: Das Ganze ist uns zu teuer, das können wir uns momentan nicht leisten. – Das fände ich in Ordnung. (Beifall SPD, FDP und SSW)
