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Annabell Krämer

FDP 23.07.2025 Sitzungen 20/93

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Es ist gut und richtig, dass wir heute endlich einmal wieder über Tourismus sprechen, denn der Tourismus gehört in unserem wunderschönen Bundesland zu unseren wichtigsten Wirtschaftsbereichen. Der Antrag greift zudem mit der Barrierefreiheit grundsätzlich ein sehr wichtiges Thema auf, denn Barrierefreiheit ist in allen Lebensbereichen ein wichtiges Ziel, das anzustreben ist. Das gilt auch für den Tourismus. Gerade weil wir als Schleswig-Holsteiner ein Urlaubsland für den Gesundheitstourismus sind, ist die Stärkung des Bewusstseins für dieses Thema grundsätzlich zu unterstützen. (Annabell Krämer) Allerdings ist der Antrag dünne Suppe; das erwähnten wir bereits. Man hat das Gefühl, dass hier krampfhaft irgendetwas aufgeschrieben wurde, was wir – wenn wir ehrlich sind, nicht wahr, Herr Dr. Buchholz? – bereits in der Jamaikakoalition mit der Tourismusstrategie 2030 festgezogen haben. Sie haben das alle einstimmig beschlossen. Wir können das heute gern noch mal alle hier bekräftigen. Es wäre aber schön gewesen, wenn wir ein wenig ins Handeln gekommen wären. (Zuruf Peer Knöfler [CDU]) Jetzt wollen wir eine Untersuchung über die ökonomische Bedeutung des barrierefreien Tourismus? (Serpil Midyatli [SPD]: Ja!) Liebe Leute, jeder normal denkende Private – Kollegin Midyatli nickt – weiß doch, wie wichtig alle Menschen in unserem Land als Kunden im Tourismus sind, insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft. Die Familien verreisen miteinander; dazu gehören die Kinder mit dem Kinderwagen, die nicht barrierefrei sind, und die älteren Menschen. Im Endeffekt ist jeder Private heutzutage mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er die Barrierefreiheit nicht mitdenkt. Unterstützen müssen wir im Bestand, selbstverständlich, denn da gilt es, eine ganze Menge zu machen. Dann sagen Sie auch noch, es gehe nicht nur um die ökonomische Bedeutung. Nein, es ist auch ein wichtiger Aspekt der gesellschaftlichen Bedeutung. Das kommt mir hier, ehrlich gesagt, in Ihrem Antrag ein wenig zu kurz. Sie möchten zudem – was wollen Sie? – eine Sensibilisierungskampagne. Mein lieber Herr Gesangsverein! Sämtliche Branchenvertreter haben gemeinschaftlich die Bedeutung des barrierefreien Tourismus anerkannt. Wozu brauchen wir dann für viel Geld eine Sensibilisierungskampagne? Das hatten wir alles schon. Lassen Sie uns doch lieber ins Umsetzen kommen. (Beifall FDP, SPD und SSW) Über 20 Prozent der Bevölkerung sind auf barrierefreie Angebote in unserer Gesellschaft angewiesen, vom Kinderwagen bis zum Rollator. Aber es gilt natürlich, über die gehörlosen oder gehörbeeinträchtigten, sehbehinderten Menschen zu sprechen. Wir brauchen Angebote in Leichter Sprache, wir brauchen große Schilder, wir brauchen barrierefreie Zugänge, übrigens auch in der Landesinfrastruktur – hier fehlt mir ein wenig der Aufruf, dass das Land die Sanierung der Landesstraßen und der Radwege anschieben soll. Unsere Strände müssen breite Zugänge haben. Es gehört so viel zu einem barrierefreien Tourismus, bei dem das Land mit gutem Beispiel vorangehen könnte. Ich glaube, dass die Privaten das schon ganz gut begriffen haben. Wenn wir jetzt schon darüber reden, dann ist es auch wichtig, dass wir die kommunalen Landesverbände, die TA.SH und die lokalen Tourismusorganisationen mitdenken, weil vieles auch die Kommunen und die privaten Anbieter betrifft. Bereits Anfang 2024 haben die TA.SH, die TV.SH und die DEHOGA in einem gemeinsamen Schreiben mehr als deutlich gemacht, dass für die Umsetzung der bis dato vier priorisierten Handlungsfelder der Tourismusstrategie 2030 mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, Kollege Buchholz, dass es uns in der Jamaikakoalition so wichtig war, die TA.SH aufsteigend mit 500.000 Euro jährlich zu stärken. Davon sehe ich nichts mehr. Sie sehen nichts mehr. (Beifall Dr. Bernd Buchholz [FDP] – Wortmeldung Peer Knöfler [CDU]) Sie wollen weiter anschieben, aber Sie stützen die TA.SH, die als Hauptakteur für die Vernetzung und für alles agieren muss, nicht. Sie sollten Ihre Haltung gegenüber der TA.SH überdenken. (Beifall FDP und SSW)

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