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Lasse Petersdotter

GRÜNE 23.07.2025 Sitzungen 20/93

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Der Vertretungsfonds hat die Aufgabe, die Unterrichtsversorgung bei Krankheitsfällen sicherzustellen. Das ist relativ logisch – wir kennen das aus jedem Betrieb und auch aus jeder Fraktion –: Wenn eine Person ausfällt, dann muss man irgendwie dafür sorgen, dass die Arbeit trotzdem gemacht wird. Wenn eine Person längerfristig ausfällt, dann gibt es gerade bei Angestellten relativ einfache Regelungen zu Krankengeld und Ähnlichem. Bei verbeamteten Personen, wie wir sie in der Schule häufig haben, wird es oft kompliziert. Deswegen ist es sinnvoll, dass die Möglichkeit besteht, über den Vertretungsfonds zusätzliche Kräfte in eine Schule zu holen, die den Ausfall bestmöglich kompensieren. Das hat in Schleswig-Holstein eine lange Tradition und funktioniert in aller Regel auch sehr gut. Hier wird den Schulen, den Schulformen und den Schulbezirken Geld zur Verfügung gestellt, um individuell reagieren zu können. So läuft es normalerweise. Häufig wird dabei der Gesamttopf nicht ausgeschöpft. Herr Habersaat hat auch schon darauf hingewiesen: In der Vergangenheit wurden Einzelteile des Topfes immer wieder und auch sehr konzentriert ausgeschöpft. Der Gesamttopf wurde jedoch in der Regel nicht ausgeschöpft. Auch in einzelnen Schulbezirken kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Überziehungen. Hier ist es möglich, darauf durch Umschichtungen zu reagieren. Bislang haben wir es also geschafft, mit dem Vertretungsfonds ein ziemlich flexibles und gut funktionierendes System auf den Weg zu bringen. Es hat in unterschiedlichen Regierungskonstellationen Anwendung gefunden und bot die Möglichkeit, individuell auf Lagen zu reagieren. Dies bedeutete auch viel Verantwortung für die Menschen vor Ort. Ich glaube, das ist als Grundidee weiterhin gut, auch wenn man jetzt aus der Situation lernen muss. Denn was ist passiert? Der Vertretungsfonds ist in insgesamt zehn von 15 Kreisen ausgeschöpft. Das hatte zur Folge, dass Arbeitsverträge nicht geschlossen und auch Vertretungsstunden nicht gegeben werden konnten. Das ist ein Problem, und es ist wichtig, sich um diese Probleme zu kümmern und sie anzusprechen. Es ist nicht so, dass wir als Regierungskoalition darauf gewartet haben, dass Herr Habersaat uns jetzt darauf hinweist, aber es ist trotzdem gut, dass wir diese öffentliche Debatte haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Aber ich glaube, Sie kennen es auch noch aus eigener Erfahrung, Herr Kollege Habersaat: Nicht immer muss die Presse der Weg sein, wie wir als Koalition über solche Sachen miteinander sprechen. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das ist aber überraschend!) Es ist gut, dass Sie diesen Weg wählen, das ist auch völlig fein, aber wir machen das durchaus auch in internen Kreisen. Insofern waren wir nicht ganz so überrascht, wie Sie das hier gerade darstellen. (Beate Raudies [SPD]: Das heißt, ihr wusstet das schon länger!) Hinzu kommt, dass die Anzahl der Fehltage bei Lehrkräften im Durchschnitt höher ist als in anderen Beschäftigungsverhältnissen und auch in anderen Branchen. Denn wir sehen gerade, dass in ganz Deutschland der Krankenstand steigt, und das insbesondere in diesem Jahr.

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