Annabell Krämer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, weil ich mich ein Stück weit geärgert habe, wie diese Diskussion gelaufen ist und hier einige Nebelkerzen geworfen wurden. Ja, ich habe am Schluss noch einmal die Anakonda aus Quickborn erwähnt, weil ich an diesem Beispiel eigentlich exemplarisch zeigen wollte, wie das Ehrenamt hier im Stich gelassen wird. Ich sage es Ihnen in aller Deutlichkeit – Kollegin Schmachtenberg, weil Sie das gerade erwähnten –: Die Anakonda aus Quickborn ist mitnichten mittlerweile vermittelt. Sie ist vermittelt worden, aber sie befindet sich immer noch in der Auffangstation im Kreis Pinneberg. (Zuruf Cornelia Schmachtenberg [CDU]) Der Grund ist, dass das Ehrenamt noch nicht die zeitlichen Kapazitäten hatte, das Tier von Stendal abzuholen. (Zuruf Cornelia Schmachtenberg [CDU]) Es gab mitnichten behördliche Unterstützung bei der Vermittlung dieses Tieres. Das hat ausschließlich Familie Erdmann gemacht. Sie können das gerne alles hier ins Lächerliche ziehen, (Ole-Christopher Plambeck [CDU]: Es wurde gar nicht ins Lächerliche gezogen!) aber ich sage Ihnen in aller Deutlichkeit: Es gab vor Ort ein Terrarium von zwei Metern, und es gab keinerlei behördliche Unterstützung bei der Unterbringung dieses Tieres. (Lukas Kilian [CDU]: Leute!) Das Angebot, das Tier aufzunehmen, wurde angenommen, und von dem Moment an wurde die ehrenamtliche Auffangstation komplett alleingelassen. Zum Thema insgesamt: Sie haben ja schöne Nebelkerzen geworfen. Es geht um die Unterstützung für Wildtierstationen. Ich habe Sie dreimal gefragt, Kollegin Schmachtenberg, ob Seeadler oder aber – hätte ich auch sagen können – Eulen, Greifvögel und Wildkatzen aus Ihrer Sicht Fundtiere sind. Das sind sie mitnichten. Das sind Wildtiere, die nicht unter die Fundtierrichtlinie fallen, und es sind nicht kommunal zuordenbare Tiere. Für diese Tiere ist das Land verantwortlich. (Zuruf Cornelia Schmachtenberg [CDU]) Ich möchte Ihnen in aller Deutlichkeit sagen: Genau diese Tiere werden aufgepäppelt. Die nicht artgerechte Haltung von Wildtieren wollen wir alle nicht. Keiner von uns will, dass Wildtiere in irgendeinem Zuhause gehalten werden. Keiner will das. – Das sage ich, bevor Sie wieder darauf eingehen. Wir wollen aber, dass unseren Wildtieren, wenn sie verletzt sind, geholfen wird und dass sie zum Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität wieder ausgesetzt werden. Genau das macht im Moment ausschließlich das Ehrenamt. (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) Das Land nimmt sich hier komplett aus der Verantwortung. Das geht nicht. (Beifall FDP und SSW) Frau Schmachtenberg und gerne auch Frau Backsen, ich sage hier noch mal in aller Deutlichkeit an Schwarz-Grün: Bei uns im Land Schleswig-Holstein hat Tierschutz Verfassungsrang. Verfassungsrang! Dem haben Sie alle zugestimmt. Werden Sie bitte Ihrer Verantwortung diesbezüglich endlich gerecht. Ich höre, es habe Ihnen sehr wehgetan, sämtliche Maßnahmen im Landeshaushalt für Tierschutz auf null zu setzen. (Zuruf: Ja!) Komischerweise waren Mittel für Insektenhotels in der Gastronomie da. Ich glaube, es liegt einfach nur an der richtigen Priorisierung. Ich muss wirklich sagen: Es ist ein bisschen traurig, dass das hier ins Lächerliche gezogen wird. (Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es hat keiner ins Lächerliche gezogen!)
