Hauke Hansen
Sehr geehrter Landtagspräsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Bildungsgerechtigkeit steht heute auf der Tagesordnung. Die gezielte Förderung der Kindergesundheit unabhängig von Herkunft, Einkommen und Wohnort ist für die CDU ein wichtiger Teil von Bildungsgerechtigkeit. (Beifall CDU) Jedes Kind soll gesund aufwachsen und faire Bildungschancen haben. Ein oft unterschätzter, aber äußerst wirksamer Hebel ist dabei die Schuleingangsuntersuchung. Es geht um einen GesundheitsCheck-up für Kinder, bevor sie eingeschult werden. Diese Untersuchung liefert wertvolle Daten über körperliche, sprachliche, motorische und kognitive Entwicklungen unserer Kinder. Sie zeigen frühzeitig auf, wo Förderung nötig ist, und zwar nicht erst dann, wenn Defizite im Schulalltag sichtbar werden, sondern bereits dann, wenn man noch gut reagieren und sie noch gut ausgleichen kann. (Hauke Hansen) Klar ist, Gesundheit ist die Basis für Bildungserfolg. Ein Kind, das sich krank fühlt, kann nicht konzentriert lernen. Ein Kind, das schlecht hört oder schlecht sieht, versteht im Unterricht weniger. Ein Kind mit motorischen oder sozialemotionalen Entwicklungsverzögerungen hat es unter Umständen deutlich schwerer mitzumachen. Aber es gibt etwas Gutes: Wenn solche Defizite früh erkannt werden, kann durch gezielte Maßnahmen gegengesteuert werden. Genau hier setzt die Schuleingangsuntersuchung an. Sie ist ein Frühwarnsystem, bevor es zu spät ist. Sie zeigt auf, wo es hakt, wo Unterstützung nötig ist, wo man helfen kann – im besten Falle, noch bevor die Defizite sich verfestigen. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass nicht alles rund läuft. Einerseits weisen unterschiedliche örtliche Begebenheiten unterschiedliche Ausgangslagen für unsere Kinder auf. Nicht jeder Kreis und nicht jede kreisfreie Stadt hat die gleichen personellen, finanziellen oder organisatorischen Ressourcen. In der einen Stadt gibt es sofort Sprachförderung und Ergotherapie, in der anderen erst einmal nicht, obwohl der Bedarf da ist. Andererseits erkennen einige Eltern die Schuleingangsuntersuchung nicht als Hilfe an, sondern haben Angst zum Beispiel vor Stigmatisierung. Das kann zum Beispiel durch kulturelle, aber auch durch gesellschaftliche Ursachen begründet sein. Die Folge: Sie meiden die Untersuchung oder geben unvollständige oder unrichtige Informationen weiter. Das Ergebnis: Die eigentlichen Probleme werden nicht erkannt, und das Kind fliegt unter dem Radar als blinder Fleck. Erst in der Schule treten dann die Probleme zutage. Und wer leidet an der Stelle? Das ist am Ende das betroffene Kind. Wir als Union wollen das verhindern. Wir wollen die kommunale Ebene unterstützen, damit die Teilnahmequote an Schuleingangsuntersuchungen weiter erhöht wird. Laut dem schon zitierten Bericht zur Kindergesundheit für das Einschulungsjahr 2022/23 lag diese Quote im Landesdurchschnitt bei 87,9 Prozent. Regional gab es große Unterschiede.
