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Dagmar Hildebrand

CDU 19.06.2025 Sitzungen 20/91

Herr Landtagspräsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich ganz gern als Frau hier noch einmal hinstellen und etwas zu den Redebeiträgen dazugeben. Es sind ja noch weitere Themen aufgemacht worden. Auch ich möchte etwas zu unserer Anhörung im Februar 2025 zur Frauengesundheit sagen, dazu, was wir für großartige Ergebnisse daraus gezogen haben. Eine professionelle Medizin ist das große Ziel für uns alle, und es geht um mehr als eine geschlechtssensible Medizin. Dennoch nimmt das Thema Frauengesundheit eine ganz besondere Rolle und einen wichtigen Platz in dieser Diskussion ein. Wir haben viele Beispiele gehört, von Frau Pauls, von Heiner Garg oder auch von meiner Kollegin WaldingerThiering, zum Beispiel zum Stichwort Endometriose. Auch das war ein großes Thema in unserer Anhörung, was eben Frauen für eine Odyssee durchmachen, wenn sie an dieser Krankheit leiden. Es wurde bereits gesagt: Zehn Jahre leidet eine Frau im Schnitt, bis erkannt wird, dass sie diese Symptome hat, und diese zehn Jahre sind einfach zu lang. Hier muss die Diagnose besser werden, und das müssen wir den Menschen und den Medizinern gegenüber, die daran arbeiten, deutlich machen. (Beifall ganzes Haus) Warum ist das so? – Symptome, über die die Patienten berichten, werden oftmals nicht ernst genommen. Wenn Frauen leiden, wird das einfach mal so weggewischt: „Sei nicht hysterisch, stell dich nicht so an!“ Hauke Hansen hat dazu schon etwas gesagt. Das Bewusstsein für unterschiedliche Geschlechter ist auch in der Symptomatik nicht so bekannt. Es fehlen Daten. Dass das behoben wird, ist total (Dagmar Hildebrand) wichtig. Forschungen zur Gesundheit von Frauen sind oftmals nicht mit Zahlen zu hinterlegen. Im schlimmsten Fall kann das Ganze bedeuten: Ein Medikament wird verschrieben, zu dem die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel beschrieben werden. Es wird auch wie vorgeschrieben eingenommen. Das Produkt wurde aber vielleicht nur an Männern getestet und danach freigegeben. Im schlimmsten Fall kann eine Frau über eine Überdosis wegen einer falschen medikamentösen Dosierung versterben. Das Ganze – das ist hier schon angesprochen worden –, gerade die Auswahl der Probanden, hat ja auch historische Gründe. So haben wir zum Beispiel den historischen Grund, dass man damals nach dem Conterganskandal gesagt hat, man nimmt Frauen aus dem Probandenbereich heraus. Dementsprechend hat man die Studien nur mit Männern durchgeführt. Meine Zeit ist leider zu Ende, ich würde noch so viel sagen wollen! Was man in den 90er‑Jahren an Männern medizinisch herausgefunden und festgestellt hat, wurde einfach immer so weitergegeben, und es ist gängige Praxis, dass Frauen dieselben Medikamente wie Männer bekommen. Aber das ist eben nicht richtig, und wir müssen weiter an einer Änderung arbeiten. (Beifall ganzes Haus) Wir brauchen Forschung, wir brauchen Medikamentenentwicklung; und wir brauchen diverse Teams, die sich dafür einsetzen, das Ganze im Blick haben. Ich möchte einfach noch einmal sagen: Wir brauchen eine gute Forschung und eine gute Medizin für Frauen. Die Ausbildung der Mediziner muss medizinisch personalisiert und gendersensibel sein. Die Landesregierung wird dabei weiter den Weg mit unserer Universität in Kiel und Lübeck gehen. Wir werden das unterstützen und positiv begleiten. Ich bin der Meinung, wir brauchen keinen Lehrstuhl dazu, die Tendenzen und die Wege sind gesetzt.

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