Patrick Pender
Das ist ganz, ganz lieb. Vielen Dank, Frau Kollegin. – Eventuell als ein Hinweis von meiner Seite, weil Sie ja innovative Plattformen oder Initiativen des Landes gerade erfragt oder gefordert haben: Auch wenn es im Wirtschaftsministerium stattfindet, wird ja E‑Sport von der Landesregierung als ein Querschnittsthema behandelt und auch zur Rekrutierung, zur Förderung und auch zum Scouting von Fachkräften, gerade bei jungen Menschen, genutzt. Sagt Ihnen die Fachkräfteliga etwas, die ja auch getragen wird von unserem Wirtschaftsminister, die E‑Sport-Turniere in Neumünster und in Kiel stattfinden lässt? Das ist eine neue Initiative, die gab es unter Jamaika noch nicht. – Ja, toll. (Heiterkeit – Patrick Pender [CDU]: Danke!) Wenn das jetzt echt das ist, um ein E‑Sport-Ereignis ganz nach vorne zu bringen und zu sagen, Spitzenreiter in Deutschland zu werden in einem Sportbereich – ja. (Martin Habersaat [SPD]: Erstes westdeutsches Flächenland mit S!) Im Koalitionsvertrag der Ampel stand, wir machen E‑Sport gemeinnützig. Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition, Seite 118: „Wir erkennen die Gemeinnützigkeit des E‑Sports an.“ Wie urteilt nun die Landesregierung? Das finde ich jetzt putzig. Achtung, ich zitiere: „Gerade rundenbasierte Strategiespiele an der Konsole erfüllen dabei nicht die Anforderungen, die der gemeinnützigkeitsrechtliche Sportbegriff im Hinblick auf Bewegung und körperliche Leistung … aufstellt, denn bei derartigen Spielen liegen …“ – jetzt kommt es – (Annabell Krämer) „keine erhöhten Anforderungen an das Wahrnehmungsvermögen, die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Feinmotorik vor.“ Oha! (Zuruf: Das stimmt ja nicht!) Schleswig-Holstein wollte Vorreiter beim E‑Sport sein – bisher keine einzige Initiative im Bundesrat, kein Vorstoß zur Änderung der Abgabenordnung, keine erkennbare politische Priorität. Stattdessen ein Verweis auf fehlende Zuständigkeiten. So wird man nicht digitaler Vorreiter, so bleibt man digitaler Verwalter. (Beifall FDP, SSW und vereinzelt SPD) Die Idee einer E-Sport-Akademie an der FH Westküste – beerdigt! Ein Studiengang E‑Sport‑Management – zu teuer! Neue Nachwuchsleistungszentren – Fehlanzeige! Stattdessen wird im Bericht auf die Erfolge der ehrenamtlichen Strukturen, hier insbesondere der vier regionalen Zentren verwiesen. Wir als Freie Demokraten sagen: Das reicht nicht! E‑Sport ist mehr als nur Zocken, es ist Ausbildung, digitale Kompetenzvermittlung, Wirtschaftsfaktor und ein Instrument gegen Vereinsamung und digitale Abhängigkeit. – Ich hoffe sehr, mein Sohn hört das heute nicht. (Heiterkeit) Die Vereine vor Ort leisten eine enorm wichtige Jugendarbeit, bieten Präventionsarbeit gegen Spielsucht, Medienkompetenztraining und eine Perspektive für junge Leute. Wer hier nicht investiert, verschläft nicht nur die digitale Zukunft, er gefährdet auch die gesellschaftliche Anschlussfähigkeit ganzer Generationen. Deshalb fordern wir – Obacht! – endlich eigene Initiativen auf Bundesebene zur Gemeinnützigkeit des E‑Sports, die Einrichtung einer landesweiten E‑Sport-Liga mit verbindlichen Strukturen und ein langfristiges Konzept für Aus- und Fortbildung mit einer E‑Sport-Akademie in Schleswig-Holstein, wie sie andere Länder längst planen. Sehr geehrte Damen und Herren, es ist höchste Zeit, dass Schleswig-Holstein wieder von dem Verwaltungs‑ in den Gestaltungsmodus wechselt. (Beifall FDP und SSW – Zuruf Anne Riecke [FDP]) Wir müssen aufhören, digitale Kulturarbeit und E‑Sport wie ein Hobby zu behandeln, und anfangen, sie als das zu sehen, was sie sind: als ein zukunftsweisender Teil unserer Gesellschaft. – Vielen Dank. – Willi, Mama hat nicht alles ernst gemeint! (Beifall FDP und SSW – Heiterkeit)
