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Sybilla Nitsch

SSW 19.06.2025 Sitzungen 20/91

Ich bin sportlich zurück! (Beifall) Geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Ich habe mich bemüht, sportlich zu wirken und versuche jetzt, den Bericht zum Thema E‑Sport zu kommentieren. (Dr. Heiner Garg [FDP]: Aber du hast dich bei der Zeit verzockt! – Heiterkeit) – Das habe ich, genau. – Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles im Jahr 2028 wird es fünf neue Sportarten geben, unter anderem werden Cricket, Lacrosse und Softball wieder olympisch werden. In der Sportwelt, so kann man sagen, ist durchaus Bewegung und eine gewisse Offenheit sichtbar; das gilt auch für den E‑Sport. Ich bin davon überzeugt, dass die Olympischen E‑Sport-Games in zwei Jahren in Riad einiges verändern und anstoßen werden. Die weltweit ausgestrahlten Wettkämpfe werden dem E‑Sport sicherlich viel Aufmerksamkeit bringen, die Strukturen festigen und noch mehr Menschen für diesen Sport begeistern. Ja, wir bezeichnen es als Sport. Schleswig-Holstein macht aber gerade eine gegensätzliche Bewegung. Deshalb gerate ich ein wenig in einen Widerspruch zu dem, was Frau SütterlinWaack gesagt hat. Wir gehen davon aus, dass wir in Sachen E‑Sport ein Vorreiterland gewesen sind, und zwar mit lebendigen Knotenpunkten. Vor allem an der Westküste ist ein Hotspot entstanden. Wir haben uns aber zu einem jetzt recht unambitionierten Modellland entwickelt und müssen uns darüber unterhalten, wie es in Zukunft weitergeht. Der vorgelegte Bericht hat allein anhand der Haushaltszahlen deutlich gemacht, dass in vielen Bereichen der Projektförderung das Interesse ein wenig verloren gegangen ist, und wir sollten uns überlegen: Woran liegt das? Stattdessen wird auf den Bund verwiesen, der im Rahmen seiner Kompetenz die Abgabenordnung ändern sollte. Nun habe ich vernommen, dass die Landesregierung das unterstützen möchte, nämlich, dass E‑Sport die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erlangt. Bisher war es aber so, dass die versprochene Aufwertung von E‑Sport bei den letzten beiden Koalitionen im Bund nicht vorgenommen worden ist. Nun ist es wieder in den Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung gerutscht, und wir hoffen, dass die Anerken- (Sybilla Nitsch) nung der Gemeinnützigkeit nun bald erfolgt. Es geht darum, den Sport so zu fördern, dass nicht höhere Kosten für E‑Sport-Vereinigungen entstehen und dass in Sachen Gemeinnützigkeit, insbesondere hinsichtlich der Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen und bei anderen Sportarten, unterstützt wird. Hervorheben möchte ich, dass wir für den E‑SportVerband eine regelhafte Förderung bekommen haben. Wir wissen alle: Wenn wir erst mal eine regelhafte Förderung haben, dann bedeutet das Sicherheit für die Arbeit. Das ist besonders wichtig, um die vier E‑Sport-Zentren auch in Zukunft als lebendige Orte für E‑Sport wissen zu können. Gerade vor Kurzem – das habe ich mir berichten lassen, denn mein Besuch steht noch aus – wurde das E‑SportZentrum in Husum eröffnet, angedockt an den Husumer SV. Damit ist die Kooperation mit anderen Sportarten gewährleistet, und das ist ein wichtiges Prinzip beim E‑Sport. (Beifall Patrick Pender [CDU]) Ich freue mich darauf, dass ich das Zentrum bald einmal live und in Farbe erleben und mich vom Ergebnis dieser Grundfinanzierung überzeugen kann. Die E‑Sport-Branche ist ein Wachstumsgarant mit Milliardenumsätzen, wenn man das deutschlandweit und europaweit betrachtet. Sie hat sich als Teil der Kreativwirtschaft etabliert. Immer mehr drängen auch deutsche Programmierer und Programmiererinnen dieses Bereiches mit neuen Konzepten auf den Markt. Die meisten zieht es dann aber jobmäßig nach Asien oder in die USA, weil dort eine andere Wertschätzung vorherrscht. Gerade weil der E‑Sport an der Westküste zum Hotspot wurde, wäre ein Studiengang im Bereich E‑Sport ein echter Schritt gewesen, um hier Chancen für die Kreativwirtschaft zu schaffen. (Beifall SSW und SPD) Es ist zu bedauern, dass bei der intensiven Prüfung – so wird sie genannt – der Landesregierung eines E‑Sport-Studienganges in Heide Probleme bei der Finanzierung und der Akkreditierung festgestellt wurden. Ich hätte mir mehr Hartnäckigkeit und mehr Fantasie gewünscht, wie man gute Leute zumindest für Kompaktkurse nach Heide bekommen könnte. Aber diese Chance – vielleicht können wir sie noch mal aufgreifen – ist nach wohlgemerkt nur einem Gesprächstermin im Jahre 2021 vertan. Eine intensive Prüfung stelle ich mir anders vor. Die Landesregierung hat hier die Vorreiterrolle ein wenig verschoben; das betrifft auch verschiedene Projekte, zum Beispiel das deutsch-dänische Projekt kultKIT, das bereits ausgelaufen ist. Hier hätten wir uns mehr Berücksichtigung gewünscht, aber auch die dadurch entstandenen Strukturen zu verstetigen, um in diesem Kontext grenzüberschreitend arbeiten zu können. Die Vereine machen weiter. Wir haben einen Hotspot in Schleswig-Holstein. Wir haben den Hotspot an der Westküste. Aber wir haben keine flächendeckende Ausbreitung dieser Zentren; daran könnten wir noch arbeiten.

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