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Martin Habersaat

SPD 18.06.2025 Sitzungen 20/90

Ich bleibe bei den Fragen, die Sie beantworten müssen, Herr Balasus. Die dritte lautet: Wenn Sie in Ihrem Antrag formulieren, Schülerinnen und Schüler müssten in die Lage versetzt werden, digitale Medien kompetent, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen, wie wollen Sie das erreichen, wenn Ihr einziges Mittel dazu ein Verbot ist, meine Damen und Herren? (Beifall SPD, FDP und SSW) Ich zitiere Dr. Katharina Scheiter, Professorin für Digitale Bildung an der Universität Potsdam: „Es geht darum, mit den Kindern und Jugendlichen eine angemessene Nutzung einzuüben. Es bringt nichts, wenn Kinder den ganzen Vormittag zwanghaft den Griff zum Handy unterdrücken“ – wie viele von Ihnen ja auch gerade –, „und kompensatorisch am Nachmittag unkontrolliert damit herumspielen. Es geht um Fragen wie: Welche Rolle spielt das Handy für mich? Muss ich immer genau wissen, was Freundinnen und Freunde gerade machen? Kann ich gar nicht ohne Handy leben?“ Es geht um Strategien, mit dem Handy umzugehen und das müssen wir in unseren Schulen einüben. Meine Damen und Herren, das Internet geht nicht wieder weg, die sozialen Medien gehen nicht wieder weg, und Smartphones gehen auch nicht wieder weg. (Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Das erste iPhone in Deutschland wurde im November 2007 verkauft. Wir können also davon ausgehen, dass alle Geburtsjahrgänge von 1992 an rückwärts gerechnet bis Klasse 9 ohne Handy aufgewachsen sind. Finden Sie wirklich, dass das die Jahrgänge sind, die den Umgang mit Handys und den sozialen Medien perfekt beherrschen, frage ich Sie? Finden Sie das? (Unruhe – Heiterkeit – Beate Raudies [SPD]: Moment einmal, was ist das hier für ein Alters-Bashing?) Wo wir gerade bei Dingen sind, die Sie so finden: Dieses Beispiel mit dem Alkoholkauf leuchtet mir nicht ein. (Christopher Vogt [FDP]: Das kommt von der Jungen Union!) Es ist so, dass Kinder und Jugendliche durchaus einen Supermarkt betreten dürfen, dann aber keinen Alkohol verkauft bekommen. Sie wollen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Supermarkt verwehren. Das ist schon ein deutlich anderer Ansatz, als wir ihn offline erleben. (Beifall SPD, FDP und SSW)

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