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Martin Balasus

CDU 18.06.2025 Sitzungen 20/90

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ab dem nächsten Schuljahr wird die private Handynutzung an unseren Schulen bis einschließlich Klasse 9 untersagt. Endlich. Das bedeutet, konzentrieren statt konsumieren, kommunizieren statt kommentieren, soziales Miteinander statt sozialer Medien, toben und bewegen statt an dem Stuhl zu kleben. (Heiterkeit CDU) Selbstverständlich sind wir darauf gefasst, dass nun manch kräftiger Gegenwind blasen wird, denn Smartphones sind fester Alltagsbegleiter, erleichtern vieles und haben natürlich ihre unbestrittenen Vorzüge, ganz klar. Sie haben es gerade gehört, es geht uns eben nicht darum, die Digitalität zu verteufeln, sie gehört zum modernen Leben dazu. Wir dürfen aber auch nicht die Augen vor den Schattenseiten der Smartphones verschließen. Wenn viele Jugendliche heutzutage über Stunden, die Ministerin sagte das eben, am Tag online sind und das Handy, das Smartphone in der Hand haben, sich dann dauerhaft zerstreuen und zweifelhafte Angebote nutzen, dann bitte nicht auch noch in der Schule. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich war fast zehn Jahre lang aktiv im Schuldienst und kenne insofern zu Genüge die Missbrauchsmöglichkeiten des Smartphones aus der Praxis, also nicht nur aus theoretischen Erzählungen, sondern aus der tagtäglichen Erfahrung als Klassenlehrer und als Verbindungslehrer. Als solcher habe ich eigentlich immer mit meiner Schülervertretung an einem Strang gezogen. Nur ein einziges Mal haben wir in der Schulkonferenz unterschiedlich abgestimmt. Da ging es um die Frage nach einer strikteren Handyregelung, die in meinen Augen unerlässlich ist. (Beifall CDU) Deshalb gibt es bestimmt einige Schülerinnen und Schüler, die über die private Nutzungseinschränkung bis einschließlich Klasse 9 nicht glücklich sind. Klar, die Rücknahme vorhandener Privilegien ist nie leicht. Aber es gibt Entscheidungen, die müssen Erwachsene zum Wohle der Kinder, zum Wohle der Jugendlichen treffen. Unsere Aufgabe ist es, sie zu beschützen. Unsere Aufgabe ist es, sie vor Schaden zu bewahren und natürlich die bestmöglichen Lernbedingungen vor Ort in der Schule zu schaffen – kognitiv, emotional und sozial gedacht. (Beifall CDU) Aus diesem Grund wird die neue Handyregelung nach den Sommerferien in Kraft treten. Schritt eins (Martin Balasus) in Form eines Erlasses. Schritt zwei, die Änderung des Schulgesetzes, wird folgen. Das Smartphone lenkt ab. Das Smartphone stört die Konzentrationsfähigkeit, behindert die soziale Interaktion, ist zu häufig Schauplatz von Mobbing. Viele Apps gewähren Zugang zu Pornografie. Stereotype werden bedient, Hass und Hetze gesät. Dazu noch Gewaltvideos, gefährliche Challenges, rassistischer und antisemitischer Content oder Inhalt. Influencer beeinflussen junge Menschen und werden leider zu schnell zu zweifelhaften Vorbildern. Fake News, markige Kurzvideos, die Ängste schüren, sorgen für eine stetig wachsende Zustimmung radikaler Parteien unter jungen Menschen. Das ist eine Gefahr für die Demokratie, aber auch eine Gefahr für die Jugend insgesamt. Früher, als wir ein Video oder eine Videokassette ausgeliehen haben – für die Jüngeren unter uns: eine DVD oder vielleicht auch ein Videospiel –, da wurde akribisch auf die Altersfreigabe geachtet. Beim Alkoholverkauf schaut man an einer Supermarktkasse oder an einer Tankstelle genau hin. Warum schaut man aber nicht beim Smartphone genau hin? Zu wenige Eltern beherrschen eine altersgerechte Regelung für ihre Kinder. Manch einer stellt zu Hause einfach den Router aus und hofft, so würde sich das Problem von alleine lösen, oder ist schlichtweg überfordert.

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