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Andreas Hein

CDU 22.05.2025 Sitzungen 20/88

Die Panik hat nur die SPD gemacht!) Ansonsten ist das wieder ein Antrag, der viel Prüfen und viel Lyrik beinhaltet – und irgendwie auch Schönes. Sie wollen heute im Landtag beschließen, dass eine „hochwertige Lehrkräftebildung … Grundlage für guten Unterricht“ ist. Herzlichen Glückwunsch! (Beifall SPD – Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Oh!) Man müsste sich mal vorstellen, was passiert, wenn Sie das heute nicht beschließen. Wäre dann möglicherweise eine hochwertige Lehrerbildung nicht die Grundlage für guten Unterricht, meine Damen und Herren? Oder ist sie es bis heute nicht gewesen und wird es aber ab morgen sein? (Beate Raudies [SPD]: Ab morgen! Genau!) Was ich gut finde, ist, dass Sie die Prüfung der Frage, was eigentlich hochwertige Lehrkräftebildung ist, gemeinsam mit vielen Expertinnen und Experten und Betroffenen im Lande durchführen wollen. (Peer Knöfler [CDU]: Hört, hört!) Was ich besser fände, wäre, wenn Sie sich überlegen würden, was Sie für eine hochwertige Lehrerbildung und für die Grundlage für guten Unterricht schon heute hier beschließen könnten. Denn wer, wenn nicht der Landtag, ist dazu in der Lage, konkrete Beschlüsse für eine hochwertige Lehrerbildung zu fassen? Ich will Ihnen dafür nur zwei Beispiele nennen: Das eine ist, dass mich momentan nicht überzeugt, was ich zur neuen Grundfinanzierung unserer lehrkräftebildenden Hochschulen höre. Da scheint es so zu sein, dass die Lehrkräftebildung in Zukunft massiv schlechtergestellt werden wird. Wir hören, dass in Flensburg große Teile des akademischen Mittelbaus fürchten, ihre Verträge nicht verlängert zu bekommen. Wir hören, dass Verhandlungen zu Professuren, die offen sind, ins Stocken geraten sind, weil man nicht weiß, ob überhaupt noch Mit- (Martin Habersaat) telbau zugeordnet werden kann. Wir lesen, dass die CAU mit der neuen Grundfinanzierung vor allem deshalb nicht einverstanden ist, weil die Lehrkräftebildung schlechter finanziert wird. Wir haben das im Ausschuss diskutiert, und was mich da besonders überrascht hat, waren die Ausführungen zu der Frage: Wie viel Geld gibt es eigentlich für welchen Studierenden? – Das hängt zumindest zum Teil vom Zufall ab, nämlich von der Frage, ob jemand bei der Einschreibung angibt, er möchte gerne Lehrkraft für Physik und Deutsch werden – dann gibt es mehr Geld –, oder ob er einträgt, er möchte Lehrkraft für Deutsch und Physik werden – dann gibt es weniger Geld. Das kann doch nicht das Ergebnis einer jahrelangen Prüfung einer neuen Grundfinanzierung sein, und das kann auch nicht erst in fünf Jahren im Rahmen einer Evaluation geheilt werden! Da müssten Sie schon vorzeitig tätig werden. (Beifall SPD und Christian Dirschauer [SSW]) Wenn ich diese beiden Punkte jetzt zusammenfasse – – Ach so, den zweiten habe ich noch gar nicht genannt. Gleichzeitig haben Sie sich überlegt, dass es eine gute Idee sein könnte, von den künftigen Lehramtsstudierenden wie von allen anderen Studierenden 60 Euro zusätzlich an Semestergebühr einzusammeln. Jetzt habe ich zwei Punkte im Raum, und wenn ich die zwei Punkte nehme – Sie wollen ein schlechteres Produkt verkaufen und dafür mehr Geld von den Studierenden nehmen –, dann sage ich Ihnen: Das ist in der Vergangenheit oft keine erfolgreiche Strategie gewesen. (Beifall SPD) Und das vor dem Hintergrund, dass an vielen Schulen die Lage ernst ist. Wir können uns weitere Fehler der Günther-Regierung in der Lehrkräftebildung nicht mehr leisten. (Beifall SPD) Wir haben heute an unseren Schulen zwölf Prozent Lehrkräfte, die gar keine Lehrkräfte sind. Zwölf Prozent der Menschen, die da unsere Kinder unterrichten, sind gar keine ausgebildeten Lehrkräfte. An Grundschulen sind es schon 17,3 Prozent. Fast jede fünfte Lehrkraft an unseren Grundschulen ist keine ausgebildete Lehrkraft, und Sie verschlechtern die Lehrerausbildung und verschlechtern die Studienbedingungen für die jungen Menschen, die wir doch so dringend brauchen. Was Sie immerhin versuchen – jetzt komme ich zum nächsten Antrag –, ist, mit der Abordnung Plus die Lage im Land ein bisschen gleichmäßiger zu gestalten und Lehrkräfte in die Provinz zu entsenden. Für drei Jahre muss da hin, wer an eine der beliebtesten Schulen im Land möchte. Das ist im Prinzip einen Versuch wert. Ich habe mich gefreut zu sehen, dass Sie mit Ihrem Änderungsantrag immerhin einen von unseren drei Punkten aufnehmen und das flexibler gestalten wollen. Aber es ist doch absurd, erwachsenen Menschen zu sagen: Wenn du an diese eine Schule in Kiel möchtest, dann musst du erst drei Jahre nach Wedel und darfst zum Beispiel nicht drei Jahre nach Geesthacht. (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP] – Martin Balasus [CDU]: Wedel ist sehr schön!) Diese Flexibilität wollen Sie möglicherweise schaffen. Was ich nicht verstehe, ist, warum Sie den Schulen, die für drei Jahre jemanden in die Provinz entsenden, nicht erlauben, für drei Jahre eine Vertretung einzustellen. Das ist doch absurd. Die stellen heute eine Lehrkraft ein, schicken die für drei Jahre in die Provinz und dürfen für diese gesamten drei Jahre keinen Vertrag mit einer Vertretungslehrkraft schließen, sondern immer nur für ein halbes oder ein Jahr. Der letzte Punkt: Erlauben Sie doch den Schulen, heute schon, jemanden für einen Platz einzustellen, den Sie in drei Jahren haben! Denn wir brauchen doch auch heute schon die Leute an den Schulen. Vielleicht geben Sie sich da auch noch einmal einen kleinen Ruck. – Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

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