Beate Raudies
Genau so!) Inhaltlich können wir Ihrem Antrag dennoch zustimmen. Es geht Ihnen ja vor allem um eine Sensibilisierung der Kulturbetriebe seitens des Landes in Form einer Handreichung. Was aus meiner Sicht da eigentlich selbstverständlich ist, ist, dass diversitätssensible Handreichungen nicht geschrieben werden können, ohne die Menschen mitzunehmen, die später von ihnen gemeint sein sollen. Nach Antrag der Regierungskoalition sollen also Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Migrationshintergrund mitmachen. Dabei geht es nicht nur um Besucherinnen und Besucher, sondern auch um Kulturschaffende und Künstlerinnen und Künstler oder um jene, die sich zu ihnen ausbilden lassen möchten. Mit Blick auf Menschen mit Behinderung geht es vor allem darum, ihr Recht auf Teilhabe und Teilnahme durchzusetzen. Ich denke da an bauliche Maßnahmen genauso wie an Kunst- und Kulturvermittlungen und Schulungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Beschäftigungsverhältnisse auch in Führungspositionen, die unbedingt ermutigt werden müssen. Ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht als die Aufforderung zu einer Handreichung, deren Nichteinhaltung womöglich keine merkbaren Konsequenzen hat. Denn Barrierefreiheit kostet, und dieser Schlussfolgerung entspricht Ihr Antrag nicht. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SSW, SPD und FDP)
