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Nelly Waldeck

GRÜNE 22.05.2025 Sitzungen 20/88

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg_innen! Der Gebäudesektor trägt zu etwa 30 Prozent der CO -Emissionen bei. Darunter fallen sowohl der 2 Betrieb als auch der Bau. Für die Dekarbonisierung des Betriebs gibt es seit Jahren eine einfache und effektive Lösung: die Wärmepumpe und ihren Betrieb mit erneuerbaren Energien. Inzwischen ist die Wärmepumpe so weit entwickelt, dass sie bereits in weniger gut gedämmte Gebäude eingebaut werden kann. Das zeigen nicht nur die in unserem Antrag aufgezählte ARGE-Studie, sondern auch die Praxis in Skandinavien eigentlich seit vielen Jahren. Vor diesem Hintergrund ist meiner Meinung nach die deutsche Debatte um Wärmepumpen in den letzten Jahren wirklich ein bisschen bemerkenswert gewesen. Ich zitiere an der Stelle mit Erlaubnis der Präsidentin ein, zwei Artikel zu Wärmepumpen aus den letzten drei Jahren. So titelte die Süddeutsche Zeitung: Sind Wärmepumpen wirklich umweltfreundlich? – Der WDR: „Sind Wärmepumpen zu laut?“ – Focus fragte: „98 Prozent aller Wärmepumpen ineffizient?“ Diesen Artikel der Welt finde ich eigentlich am allerspannendsten: „Die Wärmepumpe als letzte Entfremdung des Menschen vom Feuer“. (Heiterkeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Nicht nur für den Klimaschutz, auch für den Geldbeutel von Verbraucher_innen ist es essenziell, dass heute keine fossilen Heizsysteme mehr eingebaut werden. Jeder, der das Menschen heute noch vorredet, handelt verantwortungslos. Durch den steigenden CO -Preis wird das Heizen mit Öl oder Gas in 2 den kommenden Jahren massiv teurer werden. Deswegen ist es absurd, dass 2023 ein Rekordjahr des Einbaus von Öl- und Gasheizungen war. Klar ist: Der Einbau einer Öl- oder Gasheizung ist aktuell weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Wir wollen deshalb mit unserem Antrag bei der Dekarbonisierung der Heizsysteme und des Gebäudebestands schneller vorankommen. Wir wollen auch die Emissionen verringern, indem wir voranbringen, dass nicht jedes Gebäude perfekt gedämmt sein muss, um ein emissionsfreies Heizsystem einzubauen. Das bedeutet nicht, dass nicht mehr saniert werden soll. Der Fokus bei der Sanierung soll allerdings erst einmal auf die worst performing buildings, also die Gebäude, in denen keine Wärmepumpe sinnvoll eingebaut werden kann, gelegt werden. Das ist sowohl für die Heizkosten als auch für die dekarbonisierte Wärme zentral. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Unser Ziel muss es sein, Menschen, die in diesen Gebäuden wohnen, Sanierung möglichst einfach zu machen, sie umfassend zu beraten und eine finanzielle Förderung so zu ermöglichen, dass sie auch einfach genutzt werden kann, um später eine klimaneutrale Heizung einzubauen. Darauf soll in künftigen Förderprogrammen ein Schwerpunkt gelegt werden. Das entlastet Verbraucher_innen am effizientesten. Im Gebäudesektor haben wir noch einen ordentlichen Weg vor uns, um Klimaneutralität zu erreichen. Das gilt für die Sanierung und ebenso für den Bau. Es müssen mehr nachhaltige oder recycelte Baustoffe im Bau und auch in der Sanierung eingesetzt werden, um bestehende Gebäude, statt sie abzureißen und neu zu bauen, umzunutzen oder zu sanieren. Diesen Weg wollen wir mit unserem Antrag gehen und bitten heute um Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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