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Dr. Hermann Junghans

CDU 21.05.2025 Sitzungen 20/87

Und Ihre Frage, bitte? (Dr. Heiner Garg [FDP]: Sie muss keine Frage stellen, Sie kann auch eine Zwischenintervention machen! – Anne Riecke [FDP]: Das war auch keine Frage!) – Gut. Ich habe keine Frage gehört. Deswegen mache ich jetzt weiter. Zumindest sollten wir die Argumente in der heutigen Debatte nicht unbedingt wiederholen, zumal wir uns in vielen Punkten völlig einig waren. Medienbildung soll zur Medienkompetenz befähigen, also einer bewussten und aufgeklärten Mediennutzung. Sie ist erstens ein unverzichtbarer Teil der Allgemeinbildung und zweitens – da gebe ich Ihnen völlig recht – auch Teil einer funktionierenden Demokratie. Medienkompetenz ist Voraussetzung, um Manipulationen durch fremde ausländische Mächte, aber auch durch inländische Extremisten abzuwehren. Medienbildung ist nicht nur, aber auch Aufgabe der Schulen. Das Ziel ist die Befähigung, sich eine Meinung aufgrund solider Sachverhaltsdarstellungen bilden zu können und Medien vernünftig zu nutzen. Zu einer vernünftigen Nutzung von Medien gehört auch die quantitative Begrenzung. Wir müssen feststellen, dass der exzessive Konsum von Social Media bei vielen Jugendlichen und Kindern ein Maß angenommen hat, das alle Kennzeichen einer Sucht trägt. Wer bis zu sieben Stunden täglich am Handy hängt, hat keinen gesunden Umgang mit Medien. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Völlige Medienabstinenz wäre aber das andere Extrem und würde dem Ziel widersprechen, Medienkompetenz zu vermitteln. Es ist deshalb völlig richtig, dass unsere Schulen nicht nur den Umgang mit Medien einschließlich Social Media vermitteln, sondern auch handyfreie Zeiten im Unterricht schaffen. Ich stelle wohlwollend fest, dass im Gegensatz zur Debatte im letzten November mittlerweile auch die SPD mit uns zusammen auf Kurs ist. (Zuruf Dr. Heiner Garg [FDP]: Das ist aber nett!) Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen nicht nur befähigen, einen quantitativ sinnvollen Umgang mit Medien zu pflegen, sondern auch einen qualitativ besseren. Es täte übrigens auch vielen Erwachsenen gut, wenn sie nicht alles, was irgendwo gesagt wird oder geschrieben steht, kritiklos glauben würden. Wirklich kritisch sind nämlich nicht diejenigen, die jede Kritik sofort übernehmen, sondern diejenigen, die auch der geäußerten Kritik kritisch gegenüberstehen. Kritikfähigkeit fällt nicht vom Himmel, sie muss vermittelt werden. Unsere Lehrpläne berücksichtigen bereits seit 2019 die Vermittlung von Medienkompetenz in fast allen Bereichen. Es ist offensichtlich, dass neue Herausforderungen und technische Entwicklungen auch regelmäßige Anpassungen erfordern. Meine Damen und Herren, meine dringende Bitte ist, dass wir uns nun erst einmal mit den Details aus den Anhörungsergebnissen beschäftigen und neue Ideen vielleicht erst einmal im Ausschuss diskutieren, bevor wir hier weitere Grundsatzdebatten (Dr. Hermann Junghans) durchführen. Deshalb beantrage ich, diesen Antrag in den Bildungsausschuss zu überweisen, wo er mit den beiden bisherigen Anträgen gemeinsam beraten werden kann.

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