Beate Raudies
Für die Landesregierung hat jetzt der Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, Werner Schwarz, das Wort. Werner Schwarz, Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! In Zeiten internationaler Krisen sind Lieferketten massiv gefährdet. Dies betrifft auch landwirtschaftliche Produkte und die landwirtschaftliche Produktion. Umso wichtiger ist es, eine regionale Erzeugung im Fokus zu behalten. Es gilt, eine Grundversorgung an qualitativ hochwertigen, gesunden Nahrungsmitteln zu erzeugen. Ein effizienter und bedarfsgerechter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln spielt dabei eine entscheidende Rolle, um die notwendige Pflanzengesundheit zu gewährleisten und damit Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen. Hierzu gibt es richtungsweisende Vorgaben auf europäischer Ebene und klare Ziele auf nationaler Ebene, die unter anderem über den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Umsetzung der Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft erreicht werden sollen. Im Rahmen dieser Vorgaben und Ziele setze ich auf Maßnahmen, die die landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe dabei unterstützen, die Pflanzengesundheit sicherzustellen, negative Effekte durch Pflanzenschutz zu minimieren und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Ein erklärtes Ziel der Landesregierung ist die konsequente Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes in Schleswig-Holstein. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von effektiven Maßnahmen zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unter Einbeziehung pflanzenbaulicher und nichtchemischer Verfahren, wie beispielsweise den Einsatz von Nützlingen. Bei einem Termin in einem Gartenbaubetrieb konnte ich erleben, wie verantwortungsvoll mit dem Thema Pflanzenschutz umgegangen wird. Dort setzen die Verantwortlichen bereits heute mit großem Engagement auf biologische Verfahren, wie etwa den gezielten Einsatz von Nützlingen. Das zeigt, dass ein Zusammenspiel von Innovation, Fachwissen und Nachhaltigkeit beispielhaft für die Zukunft unseres Agrar- und Gartenbaustandorts ist. Sehr geehrte Damen und Herren, für mich steht dabei der intensive Austausch zwischen Praxis und Forschung im Fokus. Das Land unterstützt hier in vielfältiger Weise durch intensive Beratung und Kooperationen sowie finanziell durch Förderung. Als ein aktuelles Beispiel möchte ich Ihnen hier die Intensivierung der Beratung zum integrierten Pflanzenschutz nennen. Mit jährlich rund 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums fördert das MLLEV unter anderem zum integrierten Pflanzenschutz einzelbetriebliche Beratung. Die Summen für die Beratungsmodule zum integrierten Pflanzenschutz wurden zur neuen Förderperiode deutlich erhöht. Landwirtschaftliche Betriebe profitieren sehr von dem Angebot, denn die Module sind zu 100 Prozent gefördert. Dies zahlt auf die Forderung des Abgeordneten Kock-Rohwer ein, Umdenken im Handeln erzeugen. Die Beratung zum integrierten Pflanzenschutz umfasst unter anderem präventive Maßnahmen wie die Wahl der Bodenbearbeitung und Fruchtfolge, die Nutzung von Prognosemodellen und Entscheidungshilfen, die Erhaltung und Nutzung natürlicher Regelmechanismen sowie den Einsatz technischer Innovationen, mit denen der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel reduziert werden kann. (Beifall Rixa Kleinschmit [CDU]) In einem Spezialmodul zur Baumschulberatung wird besonders auf aktuelle biologische Verfahren eingegangen und zur Anwendung von Nützlingen beraten, um gemeinsam eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Die rasante Entwicklung neuer Technologien im Pflanzenschutz unterstützt unsere Ziele, stabile Erträge bei einem gleichzeitig reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu erreichen. Entsprechend des Antrags lasse ich in meinem Haus gerade prüfen, ob das Land ab 2026 über das AFP wieder Maschinen und Geräte mit neuester Technologie fördern kann, mit denen der Einsatz von Pflanzen- (Minister Werner Schwarz) schutzmitteln reduziert oder die mechanische Unkrautbekämpfung verbessert werden kann. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zudem arbeitet der Pflanzenschutzdienst des Landes bei der Landwirtschaftskammer intensiv an der Weiterentwicklung von Entscheidungshilfen, die auf der landesweit nutzbaren und gerade modernisierten Plattform Informationssystem zur integrierten Pflanzproduktion kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Herr Dr. Schunck, das sind die Entscheidungshilfen, die dort gefordert sind. Meine Damen und Herren, ich versichere Ihnen, mich aktiv für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft einzusetzen. Dabei spielt die konsequente Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes eine wichtige Rolle zum Wohle der Umwelt, der landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein und natürlich zum Wohle von uns allen im Sinne des Verbraucherschutzes. – Vielen Dank.
