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Rixa Kleinschmit

CDU 21.05.2025 Sitzungen 20/87

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Dieser Antrag ist ein gutes Beispiel (Rixa Kleinschmit) dafür, wie wir als Schwarz-Grün es schaffen, mit unterschiedlichen Blickwinkeln und einem gemeinsamen Weg zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen möchte ich einen Blick auf die Ernährungssicherheit in Deutschland, Europa und der Welt und auf unsere Sicht der Dinge in unserem gemeinsamen Antrag werfen. Der zielgerichtete Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sichert die Ernährung in Deutschland, in Europa und weltweit. Ohne wirksame Pflanzenschutzmaßnahmen ist der Hunger in der Welt nicht in den Griff zu bekommen. Ohne Pflanzenschutzmaßnahmen drohen in vielen Teilen der Welt noch größere Verteilungskämpfe. Ich weiß, dass diese Aussagen viele irritieren und einige sie nicht hören wollen. Aber lassen Sie uns auch hier auf die Fakten schauen: Aktuell verlieren wir circa 20 bis 40 Prozent der Ernten durch Schädlinge und Pflanzenerkrankungen. Ohne Pflanzenschutz wären diese Verluste noch erheblich höher. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und der ohnehin schon knappen Flächen würde der Anbau ohne Pflanzenschutz eine weitere Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Flächen notwendig machen. Doch wo liegen diese zusätzlichen Flächen? – Zum Beispiel im Regenwald; und wir wissen alle, was das bedeutet. Natürlich wollen wir heute nicht über die Probleme in anderen Teilen der Welt sprechen, sondern darüber, wie wir hier bei uns eine sachgerechte Reduktion der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln anregen können, und zwar ohne dadurch Fehlanreize in anderen Ländern auszulösen, denn in unserer globalisierten Welt hängt vieles zusammen. Aus diesem Grund freue ich mich, dass wir heute einen Antrag zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unter Berücksichtigung der Ernährungssicherheit beraten können. Wir haben viele Möglichkeiten, beide Ziele miteinander zu verbinden, weil es neben dem chemisch-synthetischen Pflanzenschutz viele andere Wege gibt, die für viele Betriebe interessant sein können. Außerdem sollten wir uns endgültig – Entschuldigung, Kollege Kock-Rohwer, dass ich das so sage – von der Vorstellung verabschieden, dass Landwirte und Landwirtinnen quasi zum Spaß mit der großen Spritze über den Acker fahren. Dafür ist das Thema zu wichtig, und dafür – sind wir mal ehrlich – sind die Mittel zu teuer. (Vereinzelter Beifall CDU) Zu fordern, dass auf Pflanzenschutz verzichtet wird, und zu sagen, dass damit dann einfach alles gut ist, ist aber leider zu einfach. (Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Hat er doch gar nicht gesagt!) – Nein, das war auch nicht an ihn gerichtet. Die Maßnahmen sind zur Ertragssicherung, zur Qualitätssicherung und zur Feldhygiene notwendig. Sie sind auch notwendig, um sogenannte Quarantäneschaderreger, also Arten mit großer Auswirkung auf unsere Biodiversität, einzudämmen und deren Verbreitung zu stoppen. Es gibt viele Möglichkeiten: Der technische Fortschritt in dem Bereich ist enorm, und es gibt viele gute Ansätze mit großem Sparpotenzial von Betriebsmitteln, von Zeit, von Geld – und dies wollen wir unterstützen. Ein Beispiel ist die Bewertung von Pflanzenschutzmitteln nach dem sogenannten High-Risk-Indikator. Hier werden Mittel nach ihrer Toxizität bewertet, und das hilft den Anwendern und Anwenderinnen, mit anderen Wirkstoffen oder Wirkstoffkombinationen Mittel einzusparen und trotzdem die Pflanzengesundheit sicherzustellen. Versuche in anderen Bundesländern zeigen, dass es Sparpotenziale von 60 bis 70 Prozent gibt. Weitere Beispiele sind der Ansatz moderner Technik wie Spot Spraying oder Drohnen einzusetzen. Um diese Techniken zu nutzen, sind Daten notwendig, und auch hierbei wollen wir, wie es zum Beispiel in Dänemark gemacht wird, helfen und prüfen, wie wir die dem Land zur Verfügung stehenden Daten den Nutzerinnen und Nutzern einfacher zugänglich machen können. Natürlich ist Pflanzenschutz viel mehr als nur der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch der Einsatz von mechanischen und biologischen Techniken, die Neuerungen in der Pflanzenzüchtung oder der Fruchtwechsel sind Möglichkeiten, um die Pflanzengesundheit zu verbessern. Auch hierfür wollen wir Wissenstransfer und Beratung stärken. Es wurde von der Branche schon viel getan und viel erreicht. Es gibt auch viele Stellschrauben, bei denen wir als Land helfen können. Denn eins ist sicher: Die Herausforderungen werden vor dem Hintergrund des sich verändernden Klimas und den damit verbundenen neuen Krankheitsbildern nicht weniger. Sie werden mehr, und wir möchten den Anwendern bei den von der EU formulierten, (Rixa Kleinschmit) ambitionierten Reduktionszielen helfen und diese Aufgabe nicht noch durch weitere unsachliche Einschränkungen mit der Gießkanne erschweren. Aus diesem Grund bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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