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Annabell Krämer

FDP 28.03.2025 Sitzungen 20/86

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Sonntag kommt die lang ersehnte Sommerzeit endlich wieder. Wir alle wissen natürlich, dann wird was gemacht? (Zuruf: Geschlafen!) – Dann werden die Uhren vorgestellt und die Camper werden rausgeholt. Dieses Wochenende lädt nun wirklich dazu ein, das erste naturnahe Wochenende in Schleswig-Holstein zu erleben. Ich möchte einmal Urlaubsberichte zitieren: „In der Nähe vieler Minicamps gibt es wunderschöne Orte, … die oft nur die Einheimischen kennen“. „Von deinem Zelt oder Wohnmobil aus … direkten Blick in die Natur … in Wäldern, … Feldern, an einem See.“ „… dieser Urlaub war einfach anders: Keine festen Stellplätze, … Wiese … Obstgarten. … Morgens … von Hühnern geweckt, tagsüber … halfen wir spontan bei der Kartoffelernte … abends am Lagerfeuer Stockbrote … Ganz ehrlich: Besser geht Camping nicht – mitten in der Natur. Nächstes Jahr kommen wir definitiv mit dem Wohnwagen zurück!“ – So schildern Camper ihre Urlaubserfahrungen in Österreich sowie in Baden-Württemberg, Bayern 6450 Schleswig-Holsteinischer (Annabell Krämer) und vielen anderen Bundesländern – aber eben leider nicht in Schleswig-Holstein. Wir Freie Demokraten wollen, dass das Landesnaturschutzgesetz dahin gehend geändert wird, dass diese Art von Campingurlaub auf landwirtschaftlichen Hofstellen wieder genehmigungsfähig wird. (Beifall FDP und SSW) Im Landesnaturschutzgesetz war bis 2016 geregelt, dass bis zu sechs Monate fünf Camper auf einer Hofstelle stehen durften. Dieser § 37 wurde durch die Küstenkoalition geändert. Jetzt sind nur noch Zelte bis maximal 35 Personen erlaubt. Begründung war damals – die Begründung ist interessant –, dies entspreche der Veränderung der Lebensgewohnheiten. – Aha, wessen geänderten? Es folgte eine sinnvolle Frist der Duldung – während der Coronazeit, Sie alle wissen es, hatte man sich in der Jamaikakoalition darauf geeinigt –, dass bis 2022 diese Kleinstcampingplätze geduldet werden, sofern keine Flächen in Schutzgebieten betroffen – natürlich ist Naturschutz einzuhalten, Küstenschutzstreifen, Biotope, da geht das alles nicht – und natürlich der Brandschutz, die Ver- und Entsorgung sowie die Erreichbarkeit für Rettungsdienste gewährleistet waren. Genau das war der richtige Weg. Wir geben Jahr für Jahr Haushaltsmittel, damit Schulen Bauernhöfe besuchen, aber verhindern, dass Kinder im Urlaub einen landwirtschaftlichen Betrieb zu verstehen lernen. (Beifall FDP – Zuruf Sandra Redmann [SPD]) Wir wünschen uns eine bürokratiearme – und hier ist das Wichtige, lassen Sie uns doch mal was Neues wagen – Wiederbelebung dieser Kleinstcampingplätze, natürlich unter Einhaltung gewisser Standards: Hygiene, Natur, Lärmschutz – ich erwähnte es alles. – Gucken Sie nicht so grimmig, Herr Minister. (Heiterkeit FDP und Sybilla Nitsch [SSW]) Müllentsorgung muss natürlich geregelt sein, Toilettenstandards sind über Ausstattung der Wohnmobile oder aber Bereitstellung vor Ort zu gewährleisten. (Sandra Redmann [SPD]: Das ist ja sehr naturnah!) – Ja, meinen Sie, die Bauern gehen nicht auf Toilette? Verstehen Sie mich richtig: Die Einhaltung dieser minimalen Anforderungen ist festzuschreiben. Die Umsetzung sollte jedoch ohne Bürokratiewahnsinn erfolgen und schon gar nicht über neue Bebauungspläne. Was für ein Wahnsinn! Wagen wir doch einfach einmal weniger Bürokratie! Gehen wir doch mal neue Wege in SchleswigHolstein. (Beifall FDP und Dr. Michael Schunck [SSW]) Ich meine, das macht uns sogar Markus Söder in Bayern vor, da können wir doch nicht nachstehen. (Zurufe – Zuruf Dr. Kai Dolgner [SPD]) Die Einhaltung der Anforderungen wäre somit nicht durch Anträge, Dokumentationen und Sonstiges zu verschriftlichen und zu genehmigen. Wie wäre es denn, wenn die Verwaltung grundsätzlich unterstellen würde, dass die Betreiber von Kleinstcampingplätzen alle erforderlichen Anforderungen einhalten, ohne dass sie große Dokumentationsund Nachweispflichten einhalten müssen? Das wäre doch mal etwas, oder? Man müsste lediglich den Kleinstcampingplatz anzeigen. Sofern natürlich selbstverständlich der Verdacht im Raum steht, dass diese Anforderungen nicht erfüllt werden, kann die Verwaltung jederzeit Kontrollen durchführen, und dann sollte es natürlich auch empfindliche Bußgelder geben. Stärken wir doch den Binnentourismus. Wir haben alle gesehen, dass wir leider im letzten Jahr – eigentlich das erste Mal – in Schleswig-Holstein rückläufigen Tourismus erleben mussten. Die RehaKliniken haben es so ein bisschen aufgefangen. (Zuruf Sandra Redmann [SPD]) – Beruhigen Sie sich, Frau Redmann, Sie sind bestimmt gleich dran. (Sandra Redmann [SPD]: Ich gucke aber nicht grimmig!) Stärken wir den Binnentourismus unbürokratisch! Ermöglichen wir auch den Campern in SchleswigHolstein, weitere Facetten unseres schönen Bundeslandes kennenzulernen. Das wäre doch einmal etwas, um wirklich unseren Binnentourismus in Schleswig-Holstein zu stärken; denn wir alle wissen, Urlauber möchten nicht mehr lange an einem Ort bleiben, möchten nicht unbedingt lange an einer Destination sein. Geben Sie doch den Bürgern und den Urlaubern bei uns die Chance, Schleswig-Holstein auf einem neuen Weg kennenzulernen, Natur zu erleben und Umweltschutz vor Ort zu praktizieren und zu erleben. (Annabell Krämer) Ich danke Ihnen ganz herzlich für die Aufmerksamkeit. Ich freue mich mit Ihnen gemeinsam auf dieses sonnige Wochenende, auf die Sommerzeit und auf eine fantastische Camping- und TourismusSaison in unserem wunderschönen Schleswig-Holstein. – Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall FDP, SSW, Rixa Kleinschmit [CDU] und Heiner Rickers [CDU] – Sandra Redmann [SPD]: Schönes Wochenende? – Das sagt die Richtige!)

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