Dr. Ulrike Täck
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! In Deutschland gibt es nur eine Flugwindkraftanlage, also eine Anlage auf Basis eines Flugdrachens. Es ist die Testanlage in Klixbüll, die dort seit 2019 erprobt wird. Da sie an diesem Standort kaum Einfluss auf die Vogelwelt hat, konnte sie mittels eines Flugbeschränkungsgebiets betrieben werden, auch als Vorführanlage für potenzielle Käufer dieser Anlage. Die Betonung liegt auf „konnte“, auf der Vergangenheitsform, denn das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat die Genehmigung im Oktober 2024 nicht mehr erteilt – und dies wohl ohne Begründung einer konkreten Gefahr für den Luftverkehr. Daher ist unser Anliegen, einerseits die bis dahin bestandene Integrationslösung durch ein Flugbeschränkungsgebiet fortzusetzen und andererseits eine dauerhafte Lösung für diese innovative Technologie in Schleswig-Holstein zu finden. Sitzung (neu) – Mittwoch, 26. März 2025 6345 Ein Punkt ist mir wichtig: Auch wenn eine mögliche Gefahr für die Vogelwelt derzeit als gering eingestuft wird, so können wir uns ein abschließendes Urteil darüber nicht erlauben, denn aussagekräftige wissenschaftliche Evidenz gibt es noch nicht. Auch deshalb ist ein Standort in Schleswig-Holstein für diese Anlage wichtig: Wer nicht testet, bekommt keine Ergebnisse. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Lukas Kilian [CDU], Cornelia Schmachtenberg [CDU] und Martin Habersaat [SPD]) Flugwindanlagen sind innovativ und liefern mehr als 5.000 Volllaststunden, was sie grundlastfähig macht. Sie brauchen kein Fundament und sind portabel. Sie könnten ein Verkaufsschlager aus Schleswig-Holstein sein, wenn wir es schaffen, diese Anlage in Schleswig-Holstein dauerhaft als Erprobungs- und Vorführanlage zu halten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wohin werden sie verkauft? – Mein Kollege Herr Hein hat schon einen Standort genannt. Inselstandorte sind momentan im Fokus; dorthin werden sie verkauft, teils weil auf den Inseln dieser Welt der Strom mit Dieselgeneratoren erzeugt wird. Hier könnten wir eine klimaneutrale Lösung in die Welt hinaustragen. Es mag sein, dass dies nur eine kleine Geschichte ist, aber sie zeigt eine Problematik auf: Um Startups, die in Schleswig-Holstein entstanden sind, zu halten, müssen wir mehr tun. Wir müssen uns für sie einsetzen. Aus dem Start-up SkySails ist ein Pflänzchen mit 120 Mitarbeitern geworden. Das dürfen wir nicht zertrampeln oder in ein anderes Land umtopfen. Diese Gefahr und das Risiko bestünden. Deshalb bitte ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren, um Zustimmung zu unserem Antrag. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
