Niclas Dürbrook
Kære fru landdagspræsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! – Auch, wenn Sybilla Nitsch mir jetzt nicht zuhört, möchte ich mich erst einmal herzlich beim SSW für diesen Antrag bedanken, liebe Kolleginnen und Kollegen. Denn man lernt schließlich nie aus. Zumindest ging es mir bisher so, dass ich das Nachbarticket noch nicht kannte. Das ist mir bislang in den vergangenen Jahren nicht begegnet. (Beifall SPD – Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Mir auch nicht!) – Es beruhigt mich sehr, dass der Kollege Buchholz es auch noch nicht kannte. – Jetzt habe ich mich die letzten Tage intensiv damit beschäftigt. Ich kenne das Nachbarticket jetzt, aber ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: Meine Begeisterung für das Ticket in der jetzigen Form hält sich in doch sehr eng definierten Grenzen. Es gibt nur eine Strecke, aber für diese eine Strecke immerhin 23 verschiedene Preisstufen, die man in einer Tabelle ablesen kann. (Niclas Dürbrook) Ich habe gestern versucht, in der NAH-SH-App das Ticket zu buchen, und ich bin daran gescheitert. Es war mir nicht möglich, das Nachbarticket in der NAH-SH-App zu buchen. Ich dachte erst, es liegt an mir. Ich bin schon ein bisschen älter. Ich bin nicht ganz so alt wie der Kollege Kilian, aber schon ein bisschen älter. (Heiterkeit – Lukas Kilian [CDU]: Aber du siehst älter aus!) – Das habe ich jetzt überhört. Aber es lag tatsächlich nicht an mir. Wir haben noch einmal gründlich recherchiert. Es ist einfach nicht möglich, dieses Ticket in der App zu buchen, sondern es ist im Jahr 2025 vorgesehen, dieses Ticket ausschließlich an Automaten, von Personal bedienten Verkaufsstätten oder im Reisezentrum zu erwerben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, genau so sollte der ÖPNV im Jahr 2025 wirklich in keiner Welt organisiert sein. (Beifall SPD und FDP) Das ist ein Beispiel par excellence, wie es nicht laufen sollte. Insofern gibt es zweifellos eine ganze Menge Verbesserungsbedarf, was den grenzüberschreitenden ÖPNV angeht. Es ist mir allerdings noch nicht ganz klar, in welche Richtung man das am besten verbessern kann. Am Ende darf für uns auf keinen Fall ein Ansatz stehen, bei dem der Tarifdschungel nur noch ein bisschen dichter wird, weil es unzählige neue Variationen gibt, die einen dann in der App oder am Fahrkartenautomaten verzweifeln lassen, weil man gar nicht mehr so genau weiß, welchen Tarif man anwählen soll. Ich plaudere einmal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Wir hatten im vergangenen Jahr eine Exkursion mit dem Verkehrspolitischen Beirat. Die anwesenden Kolleginnen und Kollegen werden sich noch erinnern. (Heiterkeit und Unruhe – Lukas Kilian [CDU]: Da ist einer schwarzgefahren!
